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Noviziats-Blog 2009/2010
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Im Noviziats-Blog geben wir einen kleinen Einblick in besondere Ereignisse während des Noviziatsjahres.
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März 2010

20.03.10
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Einfache Profess von fr. Dennis und fr. Philipp Maria
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Nach 13 Monaten Noviziat legten fr. Dennis und fr. Philipp Maria in einem feierlichen Gottesdienst ihre Einfache Profess ab. Damit binden sich die beiden Neuprofessen und der Orden gegenseitig aneinander für zunächst drei Jahre. Zahlreiche Verwandte und Freunde der beiden Neuprofessen sowie viele Mitbrüder und Mitschwestern waren gekommen, um die beiden in den nächsten Abschnitt ihres Ordenslebens zu begleiten.
Wir gratulieren fr. Dennis und fr. Philipp Maria herzlich und wünschen ihnen Gottes reichen Segen auf ihrem Weg im Dominikanerorden!
fr. Dennis und fr. Philipp Maria versprechen Gehorsam in die Hände des Provinzials
Mit der Einfachen Profess endet für die Neuprofessen das Noviziat und ihre Zeit im Wormser Konvent. Beide ziehen in den nächsten Tagen um in das Studentatshaus in Mainz. Dort werden sie mit den Studenten der Provinz zusammen wohnen und im Sommersemster ihr Theologiestudium an der Johannes Gutenberg-Universität aufnehmen.
| Eindrücke von der Professfeier |
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Februar 2010

21.02.10
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Einkleidung unserer Postulanten und Noviziatsbeginn
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In der Vesper am Sonntagabend wurden die Postulanten unserer Ordensprovinz Teutonia, Christian Flake und Tobias Schrörs, mit dem Habit des Predigerordens eingekleidet. Bereits am Samstag hatten die Postulanten der süddeutsch-österreichischen Provinz, Manuel Fey, Andreas Ploner und Adam Rokosz, in Augsburg den Habit empfangen. Gemeinsam haben die fünf gestern ihr Noviziat in Worms begonnen und werden in den kommenden dreizehn Monaten weiter in das Leben im Dominikanerorden eingeführt werden.
v.l.n.r.: fr. Adam, fr. Manuel, fr. Andreas, fr. Tobias Rafael und fr. Christian Johannes
Wir wünschen den neuen Novizen fr. Manuel, fr. Andreas, fr. Adam, fr. Christian Johannes und fr. Tobias Rafael Gottes Segen und viele gute Erfahrungen auf ihrem Weg in den Orden.
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08.-12.02.10
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Mit offenen Augen in der Welt: Bartolomé de Las Casas OP (1484-1566) und Edward Schillebeeckx OP (1914-2009)
Blockveranstaltung zur dominikanischen Theologie mit P. Dr. Thomas Eggensperger OP und P. Prof. Dr. Ulrich Engel OP
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Was haben zwei Dominikaner gemein, die rund 400 Jahre voneinander trennen? Ihre Theologie! Trotz aller Zeitgebundenheit finden sich Parallelen im theologischen Denken zwischen Bartolomé de Las Casas OP, der während der spanischen Kolonialisierung der "Neuen Welt" im 16. Jahrhundert lebte, und Edward Schillebeeckx OP - ein Kind des 20. Jahrhunderts, geprägt vom Zweiten Vatikanischen Konzil. Beide waren bemüht, auf drängende Fragen ihrer Zeit theologische Antworten zu geben, die an den jeweiligen gesellschaftlichen und sozialen Verhältnissen ansetzten. Dabei war ihre theologisch-philosophische Reflexion der Welt nie losgelöst vom Schicksal der Menschen, sondern entfaltete gerade im Einsatz für den Nächsten ihre Wirkung.
Als der 18-jährige Bartolomé de Las Casas aus dem spanischen Sevilla 1502 mit dem Schiff Santo Domingo erreichte - zehn Jahre nach Christoph Columbus' Entdeckung "Westindiens" -, wusste er noch nicht, was ihn erwarten würde: ein tiefgreifender Wandel von einem spanischen Lehnsherrn, der die Encomienda seines Vaters samt einheimischen Leibeigenen bewirtschaften und ausbeuten sollte, hin zu einem Priester und Dominikaner, der sich aus seinem Glauben heraus für die Rechte der Indios einsetzte. Las Casas selbst sprach von einem Bekehrungserlebnis, das er an Pfingsten 1514 erfuhr, als er Sir 34,25 las: "Kärgliches Brot ist der Lebensunterhalt der Armen, wer es ihnen vorenthält, ist ein Blutsauger." Daraufhin gab Las Casas seine Encomienda auf, ließ alle Indios frei und vertrat wortgewaltig gegenüber den Kolonialherren und später am spanischen Hof, dass die Eingeborenen der "Neuen Welt" Menschen wie jeder Spanier und deshalb auch so zu behandeln seien.
In zahlreichen Briefen und Abhandlungen argumentierte Las Casas gegen die Versklavung der Indios, indem er ihnen menschliche Vernunft zusprach: "Also zeigten und zeigen die Völkerschaften dieses Westindiens (…), daß sie vernunftbegabte Menschen sind, das heißt eine gesunde Vernunft, Verstand und Überlegung besitzen (…)."1 Erst langsam setzte sich bei den Europäern die Erkenntnis durch, dass sie sich an den Einheimischen der "Neuen Welt" mit ihrer Kolonialpolitik schuldig gemacht hatten. Las Casas gilt somit als einer der Wegbereiter eines Begriffs der Menschenwürde, wie er den uns heute fast selbstverständlichen Menschenrechten zugrundeliegt. Noch immer gilt Las Casas in Lateinamerika deshalb als "protector y defensor de los Indios" (Beschützer und Verteidiger der Indios).
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Bartolomé de Las Casas OP
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Edward Schillebeeckx OP
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Auch der Flame Edward Schillebeeckx OP, bis 1983 Professor für Dogmatik und Theologiegeschichte an der Kath. Universität Nijmegen (Niederlande), war bemüht, eine Theologie zu entwickeln, die die Fragen seiner Zeit aufgriff. In seiner Suche nach "dem lebendigen Gott" ging er von der religiösen Erfahrung des Menschen aus, wie er in der Moderne denkt und fühlt. Sein Anliegen war es, wie vor allem in seinem bekannten Buch "Jesus. Die Geschichte von einem Lebenden" (1974) deutlich wird, eine Theologie der Moderne zu denken, die Gott aus festen Formeln zu befreien und am Beispiel Jesu zur Lebendigkeit zurückzuführen suchte. Damit wandte er sich gegen eine Festschreibung von Glaubenssätzen, die von der menschlichen Erfahrung abgeschnitten zu sein drohten.
Dahinter stand Schillebeeckx' These, dass Gott sich nur erfahrungsgemäß und individuell dem Menschen offenbare. In der Lebenspraxis Jesu und seiner "dienenden Liebe" sah der Dogmatiker die Quelle menschlichen Heils und die "reale Möglichkeit einer Gotteserfahrung". Kennzeichen dominikanischer Theologie in Anlehnung an den hl. Thomas von Aquin (1225-1274), auf den sich der flämische Dominikaner immer wieder berief, mag deshalb die Verortung Gottes in der Welt, in der Natur, in der Geschichte sein, nicht jenseits vom Menschen. Theologische Reflexion darf nicht über den Menschen hinweggehen, sondern setzt dort an, wo Leben ist und stattfindet, auch im menschlichen Leiden und Fehlen. Als theologische Selbstvergewisserung kann Schillebeeckx' Deutung der letzten Worte des hl. Thomas vor dessen Tod ("Jesus, um dessen Liebe willen ich studierte!") gelten:
"Anders gesagt: weil ich liebte. So durfte Thomas auf seinem Sterbebett ein Leben als Theologe zusammenfassen. Liebe in Gestalt eines priesterlichen oder dienenden Lehramts, des nach Wahrheit suchenden, richtigen Wortes eines Menschen, der an Gott und seine Menschenwelt glaubt. Anders gesagt: Liebe in Form dienender Arbeit an der Wahrheit, die Menschen befreit. Darum ist Thomas ein Heiliger. Gewiß ein Heiliger von besonderer Art. Er ist heilig, bis in sein rationales Denken hinein. Solcher Heiliger bedarf unsere rationale und technische Zeit, in besonderem Maße die gegenwärtige westliche Kultur." 2
Weitere Informationen zu Edward Schillebeeckx OP
1 Bartolomé de Las Casas, "Kurze apologetische Geschichte (Apologética Historia Sumaria)", in Werkauswahl II, Mariano Delgado (Hrsg.), Paderborn 1995, S. 346-376, hier 357.
2 Edward Schillebeeckx, "Der Kampf an verschiedenen Fronten: Thomas von Aquin (1225/26-1274)", in Gegenentwürfe. 24 Lebensläufe für eine andere Theologie, Hermann Häring / Karl-Josef Kuschel (Hrsg.), München 1988, S. 53-67, hier 66.
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Literaturtipp
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Unter dem Titel "Dominikanerinnen und Dominikaner. Geschichte und Spiritualität" zeichnet die Publikation in der Topos Taschenbuch-Reihe die Biographien wichtiger Frauen und Männer aus dem 1216 gegründeten Predigerorden nach (Thomas von Aquin, Albertus Magnus, Katharina von Siena, Bartolomé de Las Casas u. v. a. m.). Zugleich führen die Autoren in die dominikanische Spiritualität wie auch in die aktuelle Realität der Ordensgemeinschaft ein. Das Buch ist ein Beitrag zur Vorbereitung auf das 800-Jahr-Jubiläum der Dominikaner 2016.
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Thomas Eggensperger / Ulrich Engel, Dominikanerinnen und Dominikaner. Geschichte und Spiritualität, 2. bearbeitete Auflage (Topos Taschenbücher 709), Kevelaer 2010, 216 S., € 10,90.
Weitere Informationen zum Buch
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Januar 2010

17.-22.01.10
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Gelungenes Leben in Gemeinschaft
Novizenwerkwoche in Schwarzenberg
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Konflikte, Meinungsverschiedenheiten und persönliche Differenzen machen auch vor Klostermauern nicht halt. In unserer zweiten Werkwoche mit den Novizen aller Mendikantenorden im deutschen Sprachraum ging es erstens darum, unser theoretisches Wissen über die Entstehung und den Verlauf von Konflikten zu erweitern, und zweitens in Form von Reflexionen und praktischen Übungen diese Inhalte in unsere alltägliche Realität zu übertragen.
Zusammen waren wir dreizehn Novizen der Franziskaner, Minoriten, Kapuziner, Dominikaner und der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz, die diese gemeinsame Woche im fränkischen Kloster Schwarzenberg, einem Bildungshaus der Franziskaner-Minoriten verbracht haben. Frau Elisabeth Hoppe, Fachbereichsleiterin beim Jugendamt Dortmund, Theologin, Sozialarbeiterin und Kofliktberaterin begleitete uns durch die Woche zusammen mit Pfarrer Matthias Boensmann aus Dortmund.
Wo Menschen zusammenkommen, ergeben sich ganz automatisch Differenzen, aus denen sich dann Konflikte entwickeln können. Diese ganz natürliche Tatsache fordert dazu heraus, einen gesunden, konstruktiven Umgang mit Konflikten zu erlernen und einzuüben, damit am Ende eine gute Lösung stehen kann, die im besten Falle alle Beteiligten weiterbringt und im Dienst der Sache steht.
Bei der Analyse eines Konfliktes ist darauf zu achten, mit welchen Konflikttypen man es zu tun hat, wie also die einzelnen Beteiligten mit Konflikten umgehen. Sind sie eher streitlustig oder konfliktscheu? Stehen eventuell andere Beteiligte im Hintergrund? Gibt es Koalitionen und Parteiungen? Wie weit ist der Konflikt schon gewachsen? Um dies einzuteilen, unterscheidet man neun Eskalationsstufen, die bei Verhärtung beginnen, über Polemik und Koalitionsbildungen reichen, in den Gesichtsverlust münden und schließlich bei Vernichtungsschlägen enden können.
Ganz so zerstörerisch wie in dem Film "Rosenkrieg" muss ein Konflikt nicht enden, wenn man einige Grundsätze zur Konfliktlösung beachtet. In dem Film von 1989 bekämpfen sich zwei Eheleute so erbittert, dass am Ende beide durch ihre halsbrecherischen Vernichtungsaktionen ums Leben kommen. Unterhaltsam war der Film dennoch sehr!
Um die persönliche Konfliktfähigkeit auszubauen, ist die stete Auseinandersetzung mit dem eigenen Innern unerlässlich. Mit einer ehrlichen und geschärften Selbstwahrnehmung kann man sich eigener Werte, Ideale, Schwächen und Stärken besser bewusst werden und lernen, mit ihnen umzugehen. Die Heilige Edith Stein drückt es so aus:
Der Mensch ist dazu gerufen, in seinem Innersten zu leben und sich so in die Hand zu nehmen, wie es nur von hier aus möglich ist. Nur von hier aus ist auch die rechte Auseinandersetzung mit der Welt möglich. Nur von hier aus kann er den Platz in der Welt finden, der ihm zugedacht ist. Bei alledem durchschaut er sein Innerstes niemals ganz. Es ist ein Geheimnis Gottes, das er allein entschleiern kann, soweit es ihm gefällt. Dennoch ist ihm sein Innerstes in die Hand gegeben. Der Mensch kann in vollkommener Freiheit darüber verfügen, aber er hat auch die Pflicht, es als ein kostbares, anvertrautes Gut zu bewahren.
Ein weiterer Inhalt der Werkwoche waren Grundlagen der Kommunikation. Dabei gilt es beispielsweise, Sach- und Beziehungsebene zu unterscheiden, dem Gegenüber ungeteilte Aufmerksamkeit entgegenzubringen, auf Blickkontakt und Körperhaltung zu achten, klärende oder offene Fragen zu stellen und die Kommunikation als solche gegebenenfalls zu thematisieren. Abschließend erhielten wir eine Einführung in das "Vier-Ohren-Modell" des Kommunikationstheoretikers Friedemann Schulz von Thun. Wie eine Botschaft verstanden wird, ist ganz abhängig von der Einstellung des Hörers. Es werden hier vier Ebenen unterschieden: Sachebene, Beziehungsebene, Selbstdarstellung und Appell. Es kommt also bei der Kommunikation sehr darauf an, welches der vier "Ohren" beim Gegenüber und bei mir besonders ausgeprägt ist.

Den traditionellen Ausflug unternahmen wir nach Würzburg, das ca. eine Stunde entfernt liegt. Wir besuchten dort das Marienheiligtum Käppele. Die Wallfahrtsstätte wird von Kapuzinern betreut, die dort auch das Zentrum ihrer Berufungspastoral unterhalten. In der Freizeit hatten wir Gelegenheit, etwas von der Stadt Würzburg zu sehen, bis wir den Abend gemütlich in einem Landgasthof ausklingen ließen.
Die erste Novizenwerkwoche in diesem Jahr (und gleichzeitig unsere letzte) hat uns viel Freude gemacht. Wir haben nicht nur neue Inhalte erlernt und Fähigkeiten erprobt, sondern auch viele liebe und wertvolle Mitbrüder aus den anderen Orden kennen gelernt, mit denen die Gemeinschaft wirklich Spaß gemacht hat. Ihnen und den beiden Referenten danken wir von Herzen für die schöne Woche!
Link zum Bildungshaus Schwarzenberg: www.kloster-schwarzenberg.de
| Bilder von der Novizenwerkwoche |
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03.-05.01.10
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Menschenwürde -
im Spannungsfeld zwischen Theologie und pastoraler Praxis
Provinzstudientagung der Dominikanerprovinz Teutonia in Mainz
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Die Debatte darüber, wie der Begriff "Menschenwürde" zu verstehen und in adäquater Weise umzusetzen ist, wird heute lebhaft geführt. Spürbar tobt gerade der Streit über den Einsatz von Ganzkörperscannern bei Flughafenkontrollen, bei dem häufig mit der Menschenwürde argumentiert wird. Das gleiche gilt für Fragen des Datenschutzes, der Terrorbekämpfung sowie des Lebensschutzes und der Bioethik. Menschenwürde ist in aller Munde - daher haben wir Dominikaner allen Grund, uns mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Aus diesem Anlass trafen sich vom 3. bis 5. Januar 2010 aus den verschiedenen Zweigen der dominikanischen Familie rd. vierzig Brüder, Schwestern und Laien im Erbacher Hof, dem Tagungszentrum des Bistums Mainz, um miteinander über den Würdebegriff ins Gespräch zu kommen. Im Fokus stand zunächst eine biblische und philosophische Verortung, um anschließend als Dominikanerinnen und Dominikaner mit der Erfahrung aus unseren Arbeitsbereichen dazu Stellung zu nehmen. Für die Tage verantwortlich waren der Provinzpromotor für die Fortbildung, P. Victor Gisbertz, und der Promotor für Gerechtigkeit und Frieden, P. Bernhard Kohl, der im Rahmen seiner Promotion über den Begriff der Menschenwürde arbeitet.
Der Mensch - eine "Statue" Gottes!
Walter Groß, Professor für Altes Testament an der Universität Tübingen, eröffnete am ersten Vormittag mit einem Blick auf die biblischen Wurzeln der Menschenwürde. Er untersuchte dazu die für das Thema entscheidenden Stellen in der Priesterschrift und in der späten Weisheitsliteratur. Die Aussage vom Menschen als "Abbild Gottes" (Gen 1,29) präzisierte Prof. Groß, indem er vom Menschen als Gottes Statue sprach, was die Bedeutung des hebräischen Wortes besser überträgt. Es meint weniger eine Ähnlichkeit, sondern drückt vielmehr eine wirkende Repräsentanz Gottes durch jeden Menschen aus, der als männlich und weiblich geschaffen ist. Das Bild von der Statue stammt aus dem altorientalisch-ägyptischen Kontext, wo der Pharao - aber eben nur der Pharao - als der Mensch gedacht wurde, der Gott auf Erden vergegenwärtige. Die hebräische Bibel demokratisiert diesen Begriff gewissermaßen, indem sie ihn auf alle Menschen ausweitet und den Menschen so "royalisiert" - ungeachtet seiner politischen Stellung, seines Geschlechts oder seiner ethnischen Herkunft. Jeder Mensch ist Statue Gottes, in der Gottes königliche Kraft wirkt!

Die Septuaginta, die griechische Übersetzung der hebräischen Bibel, füllt den Begriff "Statue" dann mit "Bild" bzw. "Ebenbild". Das Buch der Weisheit sieht besonders die Seele als Bild Gottes, jede einzelne Menschenseele sei Abbild Gottes (vgl.: Weish 3,1). Der Fokus verlagert sich stark auf das einzelne menschliche Individuum und seine geistige Wirklichkeit. Prof. Groß wies außerdem auf die Stellung des Menschen in verschiedenen Weltbildern des Alten Testamts hin, die sich unterscheiden, aber trotzdem nebeneinander stehen. Einmal wird der Mensch in einem anthropozentrischen Sinn als derjenige gedacht, dem die Schöpfung unterworfen ist (Ps 8,6-7: "Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände, hast ihm alles zu Füßen gelegt"), ein anderes Mal ist er als gleichwertiges Glied in das Gefüge der Schöpfung eingeordnet, ohne eine zentrale Stellung (vgl.: Ps 104,14-15.23). Es liegt an uns, diese verschiedenen Bilder vom Menschen, die das Alte Testament vorlegt, miteinander in Beziehung zu setzen und für ein Leben aus dem Glauben fruchtbar zu machen. In jedem Fall ist der Mensch eingebettet in den Gesamtkontext der Schöpfung, in den er zur Ehre Gottes hineingestellt ist. Wer glaubt, alle Welt sei auf den Menschen bezogen, der irrt. Gott ist es, zu dessen Ehre der Mensch erschaffen ist.
Anthropologisches Merkmal oder gesellschaftliches Versprechen?
Nachmittags regte der Philosoph, Theologe und Historiker Prof. Heiner Bielefeldt dazu an, sich mit verschiedenen Theorien zum Begriff der Menschenwürde auseinanderzusetzen. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik an der Universität Erlangen/Nürnberg. Seiner Meinung nach handelt es sich bei der Menschenwürde um einen Begriff, der schwer zu fassen sei und oftmals unter Fundamentalismusverdacht stehe. Einige Wissenschaftler wollen ihn ganz eliminieren, andere regen an, ihn als rein juristisches Konstrukt zu "domestizieren". Bielefeldt sieht in der Menschenwürde vor allem ein "säkulares Konzept", das konsensstiftende Funktion hat und konzeptionell eigenständig ist.
Wie leitet sich die Menschenwürde her? Dazu gibt es grundsätzlich zwei konträre Positionen. Die eine geht davon aus, dass jeder Mensch von Natur aus mit ihr ausgestattet sei (Anerkennungs- oder Mitgifttheorie). Diese Überzeugung stellt ein starkes Fundament dar, das der Beliebigkeit vorbeugt, allerdings von starken Voraussetzungen wie einem Schöpfergott abhängt, die nicht alle Menschen in gleicher Weise teilen. Die andere Position sieht in der Menschenwürde einen Konsens, den die Gesellschaft bildet und so dem Menschen seine Würde zuspricht. Allerdings birgt eine solche soziale Anerkennung als Ausgangspunkt der Menschenwürde die Gefahr des Volontarismus und der Willkür: Wer gehört zum Kreis derer, die über die Würde des Anderen entscheiden?
Bielefeldts eigenes Modell sieht die menschliche Würde als Prämisse normativer Verbindlichkeit. Ort der Menschenwürde ist für ihn nicht die Natur, sondern die zwischenmenschliche Kommunikation. Menschenwürde ist die Bedingung der Möglichkeit dafür, dass Menschen untereinander Verbindlichkeiten eingehen können. In diesem Sinn besitzt jeder Mensch eine subjektive Verantwortlichkeit, die er jedem anderen auch zuspricht. Menschenwürde etabliert sich im Kreis von Verantwortungssubjekten, die in sozialen Beziehungen kommunizieren und agieren.
Inkommensurabilität und Praxis
Nach Kant besteht der kategorische Imperativ in der Achtung der Menschenwürde. Würde ist nicht zählbar und kann nicht verrechnet werden. Man darf und kann z.B. Todesopfer nicht gegeneinander aufrechnen. Desweiteren ist Menschenwürde unabhängig von Vorleistungen jeder Art. Daher spricht sich Heiner Bielefeldt auch kategorisch gegen jede Form von Folter aus.
Am folgenden Tag wandten wir unseren Blick auf die eigenen Erfahrungen mit dem Thema Menschenwürde in unseren jeweiligen Arbeitsbereichen: dort, wo Menschenwürde im Alltag vorkommt oder vielleicht auch in Frage gestellt wird. Die Kleingruppen befassten sich mit den Themenfeldern "Kirche und Seelsorge", "Orden und Gemeinschaft", "Erziehung und Bildung" sowie "Pflege und Gesundheit" und hielten ihre Beobachtungen, Folgerungen und Forderungen fest. Für alle Diskutanten stand fest: Menschenwürde ist überall ein konkretes Thema, wo Menschen zusammenkommen.
Bleibende Aufgabe
Wie aktuell die Frage nach der Menschenwürde im öffentlichen Diskurs ist, zeigte sich immer wieder deutlich auf der Studientagung. Die Anregungen, die aus den Referaten und den fruchtreichen Diskussionen in den Kleingruppen und im Plenum erwuchsen, haben die teilnehmenden Brüder, Schwestern und Laien als wertvolle Erweiterung ihres Horizonts erfahren und in ihre Arbeitsfelder mitgenommen. Wir Christen haben allen Grund, uns in die laufende Debatte einzubringen, mit dem Bild, das wir vom Menschen haben: der Mensch erhält seine Würde, weil er ein Gottesbild, eine Gottesstatue ist. Weil Gott jeden Menschen anruft als seinen geliebten Sohn, seine geliebte Tochter. Ein Gebet von Huub Oosterhuis drückt dies so aus:
Manchmal bricht dein Licht
in Menschen durch, unaufhaltsam,
so wie ein Kind geboren wird.
Gedenk des Menschen,
der wird genannt: dein Kind,
dein Königreich, dein Licht.
Keine Finsternis hat ihn je überwältigt.
Gedenk unser, die, wie er,
geboren sind, ein für allemal,
die aus seinem Mund deinen Namen hörten,
die leben müssen im Schatten des Todes,
leben, ihm nach.
Im Anschluss: Provinztag

Unmittelbar an die Provinzstudientagung anschließend, begingen wir Brüder der Dominikanerprovinz Teutonia unseren diesjährigen Provinztag. P. Michael Dillmann hielt ein interessantes Referat über den 1902 verstorbenen Gründer des Berliner Konventes, P. Ceslaus von Robiano. Er trug entscheidend zur Wiedergründung unserer Ordensprovinz im 19. Jahrhundert bei und hat in Zeiten des Kulturkampfes mit großer Entschiedenheit das Projekt eines Dominikanerklosters verfolgt: in der Stadt Berlin, der der Katholizismus weitgehend fremd war. Die Auseinandersetzung mit dieser Persönlichkeit unserer Provinzgeschichte brachte uns auch ins Gespräch über Perspektiven, die wir in unserer Zeit haben, um unser Ordensziel, "allen Menschen das Evangelium zu verkünden", umzusetzen.
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Dezember 2009

25.12.09
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"Schon leuchtet deine Krippe auf,
es haucht die Nacht ein neues Licht,
das keine Nacht mehr trüben kann,
das stets im Glauben uns erhellt."
(aus dem Hymnus "Veni, redemptor gentium")

Das Noviziat wünscht allen Besucherinnen
und Besuchern unserer Homepage
ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest
und ein gutes Jahr 2010!
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16.12.09
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Die neue Politische Theologie - Ausweg aus der Gotteskrise?
Eine Einführung mit P. Dr. Tiemo Rainer Peters OP
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Wo war Gott, als Millionen Menschen in den Vernichtungslagern der Nazis starben? Gibt es überhaupt Gott angesichts der Katastrophen, die Menschen täglich auf der Welt erfahren? Kein anderer Begriff steht so allumfassend für das menschliche Leiden wie "Auschwitz"! Auschwitz ist eine Unterbrechung, eine Herausforderung des menschlichen Geistes. Gerade der moderne Mensch musste im 20. Jahrhundert die bittere Erfahrung machen, dass selbst die aufklärerische Vernunft die Shoa und anderes Unheil nicht verhindern konnte. Wie also ist Gott an den Grenzen der Moderne zu denken? Lässt sich in einer säkularisierten Welt noch von Gott sprechen? Welche Antworten kann der christliche Glaube geben?
In einem eintägigen Seminar mit unserem Mitbruder Tiemo Rainer Peters OP verfolgten wir den Ansatz der sogenannten "neuen Politischen Theologie", die solch leidvolle menschliche Erfahrungen in einer kritischen Theorie der Moderne zu fassen versucht. Dabei ist der Umgang mit dem "Leiden" der Ausgangspunkt der theologischen Überlegungen: Dies ist die Grenze, wo der Mensch Möglichkeiten und Unmöglichkeiten erfährt und letztlich Gott erkennen lernt. Das menschliche Leiden kann nicht aufgelöst, die Frage nach dem "warum?" nicht beantwortet werden, das Leid kann nur mit und in Gott bewältigt werden! Das Gedenken an die Opfer und Toten ist deshalb der Versuch, eine Solidarität herzustellen, die über die Vergangenheit und das irdische Leben hinausgeht und im Reich Gottes Erfüllung findet.
Voraussetzung für eine solche Theologie ist der Grundgedanke des hl. Thomas von Aquin, das "Wesen der Dinge" nicht länger in ihrer idealen Wirklichkeit, sondern durch die Sinne real zu erfassen. Eine solche Weltsicht hat Konsequenzen: Der Mensch rückt ins Zentrum des Denkens, seine Erfahrungen werden ernst genommen. Die Theologie muss auf den Menschen hören, fordert deshalb auch der Begründer der neuen Politischen Theologie, Prof. em. DDr. Dr. h.c. Johann Baptist Metz, dessen wissenschaftliche Arbeit Jahrzehnte lang mit der Universität Münster verknüpft war. "Politisch" wird diese Theologie dadurch, dass sie sich der frohen Botschaft verpflichtet fühlt, indem sie die Marginalisierten und Ausgestoßenen der Gesellschaft in den Blick nimmt. Metz benennt das Ziel seiner Theologie schließlich so: Leiden beredt werden lassen ist die Bedingung aller Wahrheit!
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Literaturtipp:
Tiemo Rainer Peters,
Mehr als das Ganze.
Nachdenken über Gott
an den Grenzen der Moderne,
Ostfildern 2008.
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11.-13.12.09
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Vor der Kamera. Novizen und Studenten im gemeinsamen Medientraining
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Was wäre ein Predigerbruder ohne moderne Medien? Sicherlich muss ein Dominikaner kein Fernseh- oder Computerjunkie sein, um das Wort Gottes zu verkündigen. Doch eine stärkere Medienpräsenz würde auch dem Apostolat des Dominikanerordens gut tun. Vor allem wenn man bedenkt, dass sich immer mehr Menschen mittels elektronischer Medien über Glaube und Kirche informieren und Unterstützung im anonymen World Wide Web suchen.
Schaut man sich die Zahlen an, wird deutlich, wie wichtig die Nutzung moderner Medien gerade für die Predigerbrüder ist: rd. 80% der Bevölkerung in Deutschland hat keinen persönlichen Kontakt zu einem Vertreter der katholischen Kirche! Das heißt im Umkehrschluss, dass der einzige Weg, als Kirche diese Bevölkerungsmehrheit zu erreichen, die Medien sind - besonders Fernsehen, Rundfunk und Internet. Es macht einen Unterschied, ob man mit einer Predigt max. 100 bis 200 Kirchenbesucher oder zehn- oder hunderttausende und mehr Menschen erreicht! Etablierte Sendungen wie das "Wort zum Sonntag" in der ARD mit einer Einschaltquote von rd. 1,5 Mio. Menschen oder der poppigere "Bibelclip" auf RTL mit bis zu 10 Mio. Zuschauern zeigen, was alles möglich ist.
Leider lassen sich immer noch zu wenige Priester und Ordensleute zu professionellen Medienkontaktpersonen ausbilden, wie Ulrich Fischer von der Katholischen Fernseharbeit beklagt ( www.kirche.tv). Hier bleibt die Kirche bislang hinter ihren Möglichkeiten zurück. Schaltet man den Fernseher ein, begegnet man zwar bekannten Gesichtern wie Sr. Jordana Schmidt OP (ehemals "Wort zum Sonntag", ARD) oder Br. Paulus Terwitte OFMCap ("Um Gottes Willen", N24). Doch jenseits dieser "Profis" trauen sich nur wenige vor die Kamera, um eine breite Öffentlichkeit anzusprechen und ein positives Kirchenbild zu vermitteln! Dabei ist allen Fachleuten klar, dass die Zukunft der Medien besonders im Internet liegt, wo Menschen Sendungen als "Livestream" oder "Podcast" jederzeit abrufen können.

Deshalb war es eine gute Erfahrung für den dominikanischen Nachwuchs, sich einmal vor laufender Kamera zu erproben. Es erfordert viel Mut, den ersten Schritt vor dieses "Monster" zu wagen. Sich selbst im Bild zu sehen, war anfangs für jeden der blanke Horror: Die ganze Persönlichkeit mit all ihren Stimmungen und Schwächen wird sichtbar! Ein professionelles "Statement" will deshalb gut eingeübt sein: Es kommt vor allem auf Authentizität an, eine gute Vorbereitung, Körperhaltung und viele "äußere" Faktoren, die die inhaltliche Botschaft erst für den Zuschauer interessant und überzeugend machen! Unser Medientrainer, Stephan Born, Chefredakteur eines Lokalsenders in NRW, gab professionelle Tipps und Hinweise. Daneben übten wir uns in gespielten Interviews und "Talkshow"-Runden. Dabei lernten wir auch die "Goldene Regel" kennen: Antworte nie auf eine Frage, die ein Journalist stellt! (Eher kommt es auf die geschickte Platzierung der eigenen "Message" an.)
Mit unserem Medientraining des Wormser Noviziats und Mainzer Studentats im Gästehaus der Speyerer Dominikanerinnen ( www.institut-st-dominikus.de) stehen wir in einer guten Tradition des Ordens. Bereits 1986, als das "Internetzeitalter" noch gar nicht absehbar war, erklärte das Generalkapitel des Dominikanerordens zu Ávila vorausschauend die Medienarbeit als Mittel der Predigt und Verkündigung zu "eine(r) der vorrangigen Aufgaben des Ordens". Damit ist die "enge Verbindung zwischen Medienkommunikation und Predigt" bis heute eine der Prioritäten der Dominikaner. Sicherlich ist es auch eine "Typfrage", ob man sich für Medienpräsenz eignet oder nicht, dennoch ist vieles lernbar und - wie bei allem - eine Sache des Trainings!
| Weitere Bilder vom Medientraining |
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November 2009

22.-26.11.09
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Inquisition - ein schwieriges Kapitel der Dominikaner
Blockveranstaltung zur Ordensgeschichte mit P. Dr. Wolfram Hoyer OP
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Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Bild des geifernden hl. Dominikus, der im Mittelalter als Großinquisitor durch die Lande zog, um allen Orts willkürlich und massenweise Frauen und Männer als "Hexen" und "Ketzer" im Namen der Heiligen Mutter Kirche zu verurteilen und auf dem Scheiterhaufen brennen zu sehen, ist unhistorisch und entspricht nicht den Tatsachen! Wie bei jedem Blick in die Historie muss auch bei dem wichtigen Thema "Inquisition" zwischen Geschichtsschreibung und Legendenbildung, zwischen verschiedenen Zeiträumen und Orten in der Bewertung unterschieden werden, um der historischen Wirklichkeit auf die Spur zu kommen. Der Frage nach der Mitwirkung von Dominikanern in der Inquisition hat sich auch das Provinzkapitel der "Teutonia" im Jahr 2000 in einer Erklärung angenommen ( http://www.dominikaner.de/geschichte/inquisition.htm).
Während einer mehrtägigen Blockveranstaltung des Noviziats im Augsburger Konvent ( http://www.dominikaner-augsburg.de) mit dem Ordenshistoriker und Mitbruder der süddeutsch-österreichischen Provinz des hl. Albert, P. Dr. Wolfram Hoyer OP, hatten wir Gelegenheit, mehr über die Geschichte der Predigerbrüder zu lernen. Zunächst ist bei diesem Thema grundsätzlich die "mittelalterliche Inquisition" (13./14. Jh.), von der hier die Rede sein soll, von der "spanischen" (15.-19. Jh.) und "römischen Inquisition" (16.-19. Jh.) zu unterscheiden, deren Gräuel wir bei dem Stichwort "Inquisition" sofort vor Augen haben. Bei der "mittelalterlichen Inquisition" handelte es sich nicht - wie in späterer Zeit andernorts - um eine institutionalisierte Behörde, sondern ein Prozess-Verfahren, das aus einer kircheninternen Klerikerreform unter Papst Innozenz III. (um 1160-1216) hervorgegangen war.
Im Gegensatz zum "Akkusationsprozess", der durch einen bloßen Kläger angestrengt wurde, stellte es einen Rechtsfortschritt dar, dass nun der Richter "per inquisitionem" von Amts wegen selbst tätig werden konnte. Mit Aufkommen verschiedener Erweckungsbewegungen im 11./12. Jh. wurde dieses Verfahren nach Ende des Albigenser-Kreuzzugs in Südfrankreich 1229 auf die dortige Forschung nach "Ketzern" übertragen. Der hl. Dominikus war zu diesem Zeitpunkt bereits seit acht Jahren verstorben. Da es sich, dem damaligen Weltbild entsprechend, bei heterodoxen Glaubensvorstellungen grundsätzlich um ein Vergehen gegen Sitte und Moral handelte, wurden Kleriker als "Aufspürer und Richter" in einer Person eingesetzt. Für die mittelalterliche Gesellschaft waren "Häresien" keine private Glaubenssache, sondern gefährdeten die öffentliche Ordnung, weil sie das Feudalsystem, das auf Treueeiden und Gelübden basierte, in seinen Grundfesten erschütterten. Dem Feudalherrn galt der "Häretiker" als nicht vertrauenswürdig und deshalb gefährlich; Häresie wog ähnlich schwer wie Majestätsbeleidung.
Ab 1233 wurden auch Dominikaner aufgrund ihres Bildungsstands und ihrer Erfahrung als Beichtseelsorger mit der Ketzeruntersuchung betraut. Während die Religiosen die Untersuchung führten, kam der weltlichen Macht (z.T. identisch mit Bischöfen) die Aufgabe des Vollzugs des Strafmaßes zu. Oftmals hatten die Landesherren ihre Eigeninteressen an einer Inquisition in ihren Territorien. Im 13. Jh. wurden die in Inquisitionsprozessen für schuldig befundenen "Ketzer" überwiegend mit Gefängnis-, Buß-, Pilgerstrafen u.ä. belegt, aber in den seltensten Fällen hingerichtet (z.B. in Toulouse, Mitte des 13. Jh., rd. 5% aller Verurteilten).
Auch in deutschsprachigen Gebieten wurde die Inquisition eingeführt, lief aber mit dem Tod des Weltpriesters und "Schreckens-Inquisitors" Konrad v. Marburg 1233 praktisch aus. Aufgrund seiner Namensvetterschaft mit seinem dominikanischen Gehilfen Konrad Tors kommt es in der Literatur häufig zu einer Verwechslung der Personen. Neben ihm ist die Beauftragung weiterer Dominikaner "ad personam" zu Inquisitoren belegt, deren Ausübung aber nur für Straßburg um 1234. Auch in deutschen Landen ist die Anwendung der Todesstrafe in einem geringen Umfang in den Quellen belegt.
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Neben der Beschäftigung mit dem Thema "Inquisition" hatten wir Gelegenheit, während eines Ausflugstages u.a. das ehemalige Dominikanerinnenkloster Maria Medingen nahe Dillingen a.d. Donau zu besuchen, das auf das Jahr 1239 zurückgeht. Papst Innozenz IV. (um 1195-1254) stellte das Kloster 1246 unter seinen Schutz. Dort befindet sich auch das Grab der sel. Margareta Ebner (1291-1351), einer dominikanischen Mystikerin, die in verschiedenen, noch erhaltenen Briefen ihre besonderen Gotteserfahrungen niedergeschrieben hat.
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Wie andere dominikanische Mystiker ihrer Zeit, Meister Eckhart (um 1260-1328), Heinrich Seuse (um 1295-1366) und Johannes Tauler (um 1300-1361), gehört sie zu den bekannten Vertretern der deutschen mittelalterlichen Mystik.
Heute ist das Kloster Sitz der Provinzleitung der Dillinger Franziskanerinnen ( Link zum Kloster Medingen), nachdem die dominikanische Nonnenkommunität im 19. Jahrhundert infolge der Säkularisation ausgestorben ist. Die große, mehrflügelige Anlage mit zwei Kreuzgängen ist heute in Barockarchitektur erhalten. Besonders prächtig wirkt die Innengestaltung der Kirche mit Hochaltar, Deckenfresken, doppelter Empore und Holzschnitzereien, die immer wieder Bezüge zum Dominikanerorden aufweist. Besonders die barocken Darstellungen sämtlicher verehrungswürdiger, seliger und heiliger Dominikaner im hölzernen Chorgestühl auf der Empore sind sehenswert.
Mit vielen guten Eindrücken aus der Augsburger Kommunität, für deren brüderliche Gastfreundschaft wir uns sehr herzlich bedanken, fuhren wir wieder gen Noviziatskonvent nach Worms. Besonders danken wir auch fr. Wolfram, der uns sehr anschaulich in die Ordens- und Provinzgeschichte einführte und uns mit großem Elan für das dominikanische Leben von einst und heute in Augsburg und Umgebung begeisterte.
| Einige Eindrücke in Bildern |
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Oktober 2009

Oktober 09
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Noviziatspraktika im Oktober
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Der Oktober ist in unserem Noviziat traditionell der Monat des Noviziatspraktikums. Unsere Ausbildungsordnung sagt dazu:
"Etwa zur Mitte der Noviziatszeit verbringt der Novize ca. vier Wochen in einem anderen Konvent oder Haus der Provinz. Er soll die Aufgaben und Tätigkeiten der Brüder dieses Konventes oder Hauses kennen lernen, und sich - wann immer es möglich ist - darin einbringen. Der Novize soll sich am apostolischen Projekt des Konventes bzw. Hauses beteiligen und praktische Dienste übernehmen."(1)
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fr. Dennis verbrachte sein Noviziatspraktikum im Konvent Heilig Kreuz zu Köln, wo das Provinzialat unserer Provinz angesiedelt ist. Schwerpunktmäßig engagierte er sich in der Krankenhausseelsorge.
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Das Praktikum von fr. Philipp Maria fand im Berliner Konvent St. Paulus statt. Er wirkte in der dortigen Dominikanerpfarrei mit und gewann u.a. Einblicke in die Gefängnisseelsorge. |
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(1) Ratio Formationis et Studiorum Integralis Particularis. Ausbildungsordnung der Dominikaner-Provinz Teutonia, 9.2.4.1.
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September 2009

26./29.09.09
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"Misch mit!" - Dominikaner im interreligiösen Dialog
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Wie in den meisten deutschen Städten und Gemeinden leben auch in Worms Menschen verschiedener Herkunftsländer und Nationalitäten zusammen. Viele Wormserinnen und Wormser gehören einer anderen Religion oder Konfession als der römisch-katholischen Kirche an. Oft besteht wenig sozialer Kontakt zwischen "angestammten" Deutschen und Menschen mit Migrationshintergrund, die in Worms rd. 10 % der Bevölkerung ausmachen. Entsprechend ist unser Wissen über die Kultur und Religion des "Anderen" gering, was Vorurteile begünstigen und die Integration erschweren kann.
Die bundesweite "Interkulturelle Woche" - eine Initiative der Kirchen, die 1975 begründet wurde und in diesem Jahr unter dem Motto "Misch mit!" steht, - hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, auf die kulturelle Vielfalt in Deutschland aufmerksam zu machen und einen Raum zur Begegnung zu schaffen. Um dies zu unterstützen, eröffnete ein gemeinsames "Fest der Kulturen" des "Interkulturellen Runden Tisches" in Worms die hiesige "Interkulturelle Woche" und bot so Gelegenheit, die verschiedenen afrikanischen, muslimischen, orthodoxen, evangelischen und katholischen Gemeinden, Kulturvereine und Initiativen kennen zu lernen. Mit einem "Gebet der Religionen", einem reichhaltigen Bühnenprogramm und vielen kulinarischen Genüssen wurde erlebbar, wie erfrischend "bunt" Worms ist!
Bild links: Die Organisatorin vom Ev. Dekanat mit den Dominikanern
Bild rechts: Ein gefüllter Schlossplatz beim "Fest der Kulturen"
Das Noviziat der Dominikaner war mit einem Informationsstand vertreten und beantwortete Fragen zum Christentum, zum katholischen Glauben und zum Dominikanerorden. Als Dominikaner gehört es in besonderer Weise zu unserer Berufung, nach dem Vorbild des hl. Dominikus in "einen wirklichen Dialog mit den Anhängern nichtchristlicher Religionen und mit Nichtgläubigen" (1) zu treten und im Dienst am Wort, "jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die [uns] erfüllt" (1 Petr 3,15b). In diesem Sinne freuten wir uns, Menschen verschiedener Bekenntnisse zu treffen, einen Eindruck von ihrer Kultur zu gewinnen und ihnen von unserer eigenen Glaubensüberzeugung zu erzählen!
Bereits zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan am 20. September waren wir Dominikaner bei muslimischen Gemeinden zu Gast, um am Ramadanfest teilzunehmen und über unsere religiösen Traditionen ins Gespräch zu kommen. In der "Interkulturellen Woche" folgte nun die "Gegeneinladung": Am 29. September luden wir alle Interessierten und vor allem Nicht-Christen zur Vesper in unsere Dominikanerkirche St. Paulus ein, um unseren Glauben und unsere Gebetstradition zu vermitteln. Viele Menschen "auf der Suche", Muslime, aber auch Protestanten und bekannte Gottesdienstbesucher aus St. Paulus waren der Einladung gefolgt. Dank solcher Begegnungen werden Religion und Tradition anschaulich, so dass man einander besser kennen lernt und ein gutes Miteinander pflegt!
Übrigens: Die nächste Gelegenheit, sich einmal in einer muslimischen Gemeinde umzuschauen, wird der bundesweite Tag der "Offenen Moschee" am 3. Oktober sein. Die Muslime würden sich über einen Besuch sicherlich freuen!
(1) Liber Constitutionum et Ordinationum Fratrum Ordinis Praedicatorum 111.
| Weitere Eindrücke vom "Fest der Kulturen" |
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15.-18.09.09
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Die Provinz Teutonia im 19. und 20. Jahrhundert
Blockveranstaltung mit P. Elias H. Füllenbach OP
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Unsere Dominikanerprovinz Teutonia besteht in ihrer jetzigen Form erst seit 1895 - und das, obwohl sie bereits 1221, im Todesjahr des hl. Dominikus, gegründet worden war. Über 600 Jahre später allerdings, im 19. Jahrhundert, musste man wiederum von vorn beginnen, den Orden in den deutschsprachigen Gebieten aufzubauen. Infolge der Säkularisation nämlich hatte der Dominikanerorden in Deutschland aufgehört zu existieren: die Klöster der Predigerbrüder waren, wie die Klöster anderer Orden, nach und nach aufgelöst worden. Der letzte Konvent hatte 1825 in Warburg schließen müssen.
Wie kam es dazu, dass man in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder damit begann, in Deutschland dominikanisches Ordensleben aufzubauen? Was waren die Motivationen und Wege der Brüder, die dies unternahmen? Wie lief die Wiederbegründung ab?
Diesen und anderen Fragen gingen wir im Rahmen einer Blockveranstaltung mit P. Elias H. Füllenbach OP nach, der unser Noviziat im September für einige Tage besuchte. P. Elias gehört unserem Konvent in Düsseldorf an, passenderweise jenem Konvent, der als erster auf dem Gebiet der "neuen" Provinz Teutonia gegründet wurde. Im Unterricht gingen wir den Entwicklungslinien nach, die den Weg zur Wiederbegründung markierten. In welchem geistigen Umfeld fand diese statt? Mit welchen Problemen waren die damaligen Brüder konfrontiert und wie gingen sie damit um? Bei der Auseinandersetzung mit diesen und anderen Fragen halfen uns Quellen in Kopie aus unserem Provinzarchiv.
Themen wie Romantik, Industrialisierung, Modernismus und Antimodernismus-, sowie der Kulturkampf spielen eine bedeutende Rolle für den historischen Kontext der Wiedererrichtung der Teutonia. Außerdem behandelten wir herausragende Personen aus der neueren Gründungsgeschichte-, wie den Gründer des Berliner Klosters, P. Ceslaus von Robiano OP.
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Ein ernstes, aber wichtiges Kapitel der Provinzgeschichte bildet die Rolle der Dominikaner zur Zeit der Nazi-Diktatur. Dominikaner wie P. Franziskus Stratmann OP, einer der führenden Köpfe des "Friedensbundes der Deutschen Katholiken", P. Aurelius Arkenau OP, der von der Gedenkstätte Yad Vashem als "Gerechter unter den Völkern" ausgezeichnet wurde, P. Odilo Braun OP und der "Ausschuss für Ordensangelegenheiten", P. Korbinian Roth OP und der Provinzial P. Laurentius Siemer OP gehören zu den bedeutenden Köpfen dieser dunklen Jahre.
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Gerechter unter den Völkern: Aurelius Arkenau OP |
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Mit Beschlagnahmung der beiden Konvente Walberberg bei Bonn und Heilig Kreuz in Köln 1944 durch die Nationalsozialisten standen die Dominikaner erneut an einem historischen Scheideweg, der mit Ende des Zweiten Weltkrieges aber noch einmal glimpflich ausgegangen war.
Im 20. Jahrhundert stand das Projekt eines Studienkonventes an, das schließlich in Walberberg realisiert wurde. Generationen verbinden mit diesem Namen eine bedeutende Etappe dominikanischen Geisteslebens in Deutschland, besonders in den Anfangsjahren der Bundesrepublik. Bekannt wurde die vom Walberberger Konvent herausgegebene Zeitschrift "Die neue Ordnung", die eine gewichtige Stimme in der Debatte um die Gestaltung des Neuanfangs nach der Katastrophe des Krieges darstellte.
Das Noviziat dankt P. Elias für den äußerst interessanten und fesselnden Ausflug in die neuere Geschichte unserer Ordensprovinz!
Einige Aufsätze zur Ordensgeschichte: www.dominikaner.de/geschichte/geschichte.htm
Institut zur Geschichte des Dominikanerordens im deutschen Sprachraum: www.institut-geschichte-op.de
Homepage des Düsseldorfer Konvents: www.dominikaner-duesseldorf.de
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14.09.09
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Neuer Postulatskurs 2009/2010
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Das Noviziat begrüßt die neuen Postulanten Christian Flake und Tobias Schrörs (für die Provinz Teutonia) sowie Manuel Fey, Andreas A. Ploner und Adam Rokosz (für die süddeutsch-österreichische Provinz des Hl. Albertus Magnus)! Sie beginnen heute ihre Einführungswoche im Wormser Dominikanerkloster und werden in den nächsten Monaten zu Praktika bzw. Besuchen in den Konventen ihrer jeweiligen Provinz unterwegs sein. Für den Start ins Postulat wünschen wir ihnen Gottes Segen und gute erste Erfahrungen auf ihrem Weg in den Dominikanerorden!
| Die Postulanten stellen sich vor |
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04.-06.09.09
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Das Noviziat zu Besuch in Braunschweig
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Zu unserer Ausbildung gehören auch Besuche in verschiedenen Konventen unserer Ordensprovinz, um die Kommunitäten, Mitbrüder und ihre Arbeitsbereiche vor Ort kennen zu lernen. Anfang September waren wir zu Gast in unserem Konvent in Braunschweig ( www.dominikaner-braunschweig.de). Die Brüder nahmen uns gastfreundlich auf und stellten uns ihr vielfältiges Apostolat vor: die Tätigkeiten reichen von der Erwachsenenbildungsarbeit im Las-Casas-Haus, über die Akademikerseelsorge im Universitätsmilieu, bis hin zur Klinikseelsorge und Projektarbeit im Kino- und Kunstbereich. Das gemeinsame Zentrum bildet die Arbeit in der Pfarrgemeinde St. Albertus Magnus, an der sich jeder Bruder beteiligt: eine große Pfarrei mit vielen Gruppen, hohem Engagement und lebendiger Jugendarbeit.
Bild links: Das Noviziat mit unserem bolivianischen Mitbruder fr. Osvaldo Robles Segovia OP
Bild rechts: St. Albertus Magnus mit dem Altarbild 'Glorificatio' von Gerd Winner
Wir danken den Braunschweiger Mitbrüdern für die Offenheit und Bereitschaft, mit der sie uns Einblick in ihr Leben und Arbeiten gegeben haben. Über die herzliche Aufnahme haben wir uns sehr gefreut!
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02.09.09
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Verstärkung im Noviziatskonvent
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Der Wormser Konvent darf sich über einen neuen Mitbruder freuen: P. Thomas Möller OP, der sein Studium der Kirchenmusik in Köln mit Erfolg abgeschlossen hat, tritt nun seine Stelle als Hochschulpfarrer und Seelsorger an der Fachhochschule Worms an.
Daneben ist er mit der Kirchenmusik am Dominikanerkloster betraut. Dies beinhaltet u.a. die Planung und Konzeption der jeweils im Frühjahr und Herbst stattfindenden Kreuzgangkonzerte. Für das Noviziat bietet P. Thomas regelmäßig Cantus (Gesangsunterricht) an. Mit der Verlesung der Assignationsurkunde durch unseren Prior, P. Ludger A. Fortmann OP, am 2. September ist P. Thomas nun offizielles Mitglied des Wormser Konvents.
Bild links: Der Prior zeichnet die Assignationsurkunde des Provinzials gegen
Bild rechts: P. Thomas mit Assignationsurkunde
Das Noviziat freut sich sehr über den neuen Mitbruder, gratuliert herzlich zur Assignation und wünscht ihm für die anstehenden Aufgaben von Herzen Gottes Segen!
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August 2009

12.-20.08.09
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Pilger- und Studienreise zu dominikanischen Stätten in Spanien
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Mitte August führte uns das Noviziat in die Heimat unseres Ordensgründers: nach Spanien. Die Tage waren für uns Gelegenheit, ein wenig Luft jener Region zu schnuppern, in der Dominikus seine ersten Lebens- und Ausbildungsjahre verbrachte und die sowohl ihn als auch seine Gründung nachhaltig beeinflusst haben.
Nachdem wir am 12. August in Madrid gelandet waren, machten wir uns mit dem Mietwagen zu Konventen in Kastilien auf.
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Nach einem kurzen Zwischenstopp in Ávila, der Stadt der großen hl. Theresa, fuhren wir in die Universitätsstadt Salamanca, wo sich auch ein dominikanisches Studienhaus an der Theologischen Fakultät befindet ( www.fatse.org). Im traditionsreichen Konvent San Esteban empfingen uns Mitbrüder aus Spanien, Frankreich und einigen lateinamerikanischen Ländern, die gerne bereit waren, uns mit den zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt bekannt zu machen. So erlebten wir spürbar die Internationalität unseres Ordens.
Von den vielen beeindruckenden Bauwerken der Stadt seien besonders die beiden Kathedralen aus dem 12. und 16. Jahrhundert sowie die "Plaza Major" genannt, die als schönster umbauter Platz Spaniens gilt.
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An der Fassade eines Stadtpalastes, der "Casa de las Conchas" (Muschelhaus) sind ca. 300 Muscheln aus Sandstein angebracht: ein Hinweis auf die Wallfahrt ins nahe gelegene Santiago de Compostela.
Die Universität von Salamanca mit ihren rund 40.000 Studentinnen und Studenten prägt das Gesicht der Stadt besonders. Sie zählt zu den bedeutendsten Universitätsgründungen des 13. Jahrhunderts. Der berühmte Dominikaner Francisco de Vitoria formulierte hier 1540 die Grundlagen des Völkerrechts. Sein Grab ist im Konvent San Esteban im "Pantheon der Theologen" zu besuchen, seine Statue schmückt heute noch den Platz vor den Vereinten Nationen in New York.
Die Kirche San Esteban wurde in der Zeit zwischen 1524 und 1610 erbaut und präsentiert sich bauhistorisch im Übergang von der Spätgotik zur Frührenaissance. Berühmtheit erlangte der Konvent, als von hier aus im Jahr 1510 die ersten dominikanischen Missionare in die "Neue Welt" aufbrachen. Christoph Kolumbus hatte sich hier ebenfalls aufgehalten, bevor er Spanien Richtung Westen verließ.
Am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel reisten wir mit kurzer Station in Valladolid weiter nach Caleruega, dem Ort, in dem der hl. Dominikus um 1274 zur Welt kam und seine Kindheit verbrachte. In dem kleinen kastilischen Dorf befindet sich neben dem neueren Brüderkonvent auch ein Kloster kontemplativer Dominikanerinnen, das auf das Jahr 1270 zurückgeht.
Die Sonntagsvesper feierten wir in der benachbarten Benediktinerabtei Santo Domingo de Silos. Der Namensgeber dieser Abtei, ein Reformabt aus dem 11. Jahrhundert, ist auch Namenspatron unseres Ordensgründers, der in seiner Kindheit vermutlich öfters nach Silos gepilgert war. Die Abtei beeindruckt mit ihrem romanischen Kreuzgang, den Säulen, Kapitellen und Epitaphen. In guter Erinnerung ist uns auch die Herzlichkeit der Benediktinermönche geblieben.
Wir besuchten Burgo de Osma, die Stadt, in der Dominikus seine Jahre als Kanoniker im Domkapitel der dortigen Kathedrale verbrachte, und von wo aus er seine ersten Reisen nach Frankreich und Nordeuropa unternahm. Einige Gebäudeteile aus der Zeit des Dominikus sind noch erhalten: romanische Torbögen sowie der Kapitelsaal mit wunderbaren Steinmetzarbeiten. Im Naturpark Rio Lobos konnten wir uns an einem Nachmittag gut erholen. Ganz in der Nähe liegt eine alte maurische Festung, die zeigt, wie nah die muslimischen Teile Spaniens dem Lebensumfeld des Dominikus waren.
Einen Eindruck vom Temperament der Spanier bekamen wir am Fest der sel. Johanna von Aza, der Mutter des hl. Dominikus, die in Caleruega am 18. August gefeiert wird. Sie wird im ganzen Dorf wie eine Heilige verehrt und mit einer Prozession gefeiert. Alle 450 Einwohner des Ortes waren auf den Beinen (vielleicht noch mehr?), um das Fest zu begehen. Zwei Tage und Nächte dauerte die Fiesta auf dem Dorfplatz vor dem Konvent, bei der auch wir ordentlich mitfeierten.
Einer Lokaltradition zufolge soll Dominikus auch eine gewisse Zeit in der ehemaligen Prämonstratenserabtei La Vid, südlich von Caleruega, verbracht haben. Wir unternahmen einen kurzen Abstecher in das Kloster, das heute Augustiner bewohnen.
Zum Abschluss unserer Reise besuchten wir den Ort Gumiel de Hizán, wo Dominikus als Jugendlicher bei seinem Onkel, der dort Erzpriester war, in die Lehre gegangen war. Er erlernte dort die lateinische Sprache und studierte die Heilige Schrift, bevor er zum Studium an die Universität in Palencia ging.
Zurück in Caleruega feierten wir zum Abschluss unserer Pilgerreise die Heilige Messe in der Krypta unter der überlieferten Geburtsstätte des Dominikus. Mit vielen Eindrücken und dankbaren Herzens reisten wir nach einer Woche zurück nach Worms, wo nun für uns die zweite Hälfte des Noviziats beginnt. |
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Juli 2009

25.07.09
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50 Jahre Dienst "im Weinberg des Herrn"
Goldenes Priesterjubiläum von Pater Günther
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Vor fünfzig Jahren, am 25. Juli 1959, wurde unser Mitbruder P. Günther Herbert Hallerbach zum Priester geweiht - damals noch in der Klosterkirche Walberberg. Seitdem versieht er auf vielfältige Weise seinen Dienst.
Für P. Günther ist ein halbes Jahrhundert Priestertum wahrhaft Grund, Dank zu sagen: zuallererst Gott, von dem alles Gute kommt, sodann seinen Mitbrüdern, Verwandten und Freunden. So feierten wir am 25. Juli in einer festlichen Messe das Goldene Priestertum unseres Mitbruders. Pater Provinzial Dr. Johannes Bunnenberg hielt die mitreißende Festpredigt in der vollen Pauluskirche. Der Tag stand unter dem Leitwort aus dem Zweiten Korintherbrief: "Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit." (2 Kor 12,9) Über fünfzig Gäste blieben zum gemeinsamen Abendessen.
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Unter dem Beifall der versammelten Gemeinde
gratuliert P. Provinzial dem Jubilar
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Wir Brüder und alle, die zur Jubiläumsfeier gekommen sind, gratulieren Pater Günther herzlich zu seinem Festtag, danken ihm für sein priesterliches Wirken und seine brüderliche Art und wünschen ihm noch viele gute Jahre, die von Gottes Gnade erfüllt sind!
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24.07.09
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Südafrika: mehr als Fußball-Weltmeisterschaft
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Mit gerade einmal 20 Jahren ging Sr. Justina Prieß OP in Amsterdam an Bord des Schiffes, das sie nach Südafrika bringen sollte. Von ihren Eltern hatte sie sich am Mainzer Hauptbahnhof verabschiedet - ein Abschied auf nimmer Wiedersehen. Das war 1958. Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil besucht Sr. Justina regelmäßig ihre Verwandten und Freunde in Deutschland. Trotzdem hat sie nach 50 Jahren Tätigkeit in Südafrika als Missionsdominikanerin vom Kloster Neustadt am Main eine neue Heimat im Land am Kap der Guten Hoffnung gefunden. Während eines Besuches in unserem Noviziat berichtete Sr. Justina von ihrer Zeit als Lehrerin und engagierte Seelsorgerin in Südafrika.
Sie erlebte zahlreiche Umbrüche mit: das Land vor der Apartheid, dann die Rassentrennung und nun das neue Südafrika seit den 1990er Jahren. Die Probleme sind heute nicht kleiner geworden: die Bevölkerung leidet unter einer enormen HIV-Rate, rund 20 % der Menschen in Südafrika sind infiziert. Auch Kriminalität und sexuelle Gewalt gehören zu den Hauptproblemen der Gesellschaft, bedingt durch starke wirtschaftliche Unterschiede. Im Kleinen hilft Sr. Justina dort, wo es nötig ist: Mal vermittelt sie häufig alleinerziehenden Frauen einen Sprachkurs, mal eine Kinderbetreuung oder Arbeitsstelle. Mit ihren über 70 Jahren ist sie um Johannesburg immer noch täglich im Einsatz!
Link zum Kloster Neustadt: http://www.kloster-neustadt.net
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20.-22.07.09
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Zur Sprecherziehung in Berlin
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Was macht eine gute Predigt aus? Diese Frage stellt sich im Besonderen für einen Predigerbruder. Für eine Ansprache, eine Predigt oder die Seelsorge ist gelungene Kommunikation unabdingbar.
Um junge Dominikaner auch sprachlich auf ihren Verkündigungsauftrag vorzubereiten, ist die ordensinterne Rhetorikausbildung zentraler Bestandteil des Dominikanerstudiums. Bereits im Noviziat wird hier die erste Grundlage mit einer dreitägigen Schulung bei unserem Mitbruder, P. Dr. Thomas Grießbach OP, Sprecherzieher und u.a. Dozent an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart, gelegt.
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Dazu reisten wir eigens nach Berlin, wo wir im Dominikanerkloster St. Paulus in Kommunikationsmodelle, Sprechübungen und Redeaufbau eingeführt wurden - besonders durch viel Praxis. Wie schwer es doch sein kann, ein Gedicht pronunziert, in der richtigen Tonlage und vor allem authentisch vorzutragen! Aber diese Übungen sollen vor allem eins: den Prediger und Seelsorger in die Lage versetzen, einen Perspektivenwechsel zu vollziehen, um sich in den Menschen gegenüber einzufühlen und adäquat reagieren zu können. Die Predigt muss überzeugen nicht nur inhaltlich, sondern auch menschlich und rhetorisch! Dazu ist das A und O, Beziehung zum Zuhörer herzustellen.
Am Anfang steht das Hören. Warum denkt jemand so, wie er denkt? Was steht dahinter? Diese rhetorische Haltung soll mit viel Übung zu einer theologischen Haltung werden, in der mein Gegenüber im Mittelpunkt steht. Erst dann ist es mir möglich, auf die Bedürfnislage des Zuhörers einzugehen. In meiner Rede antworte ich auf seine Fragen und lade den Zuhörer ein, eine Lösung bzw. einen Zuspruch aus der Hl. Schrift anzunehmen. Diese basics zu verinnerlichen und darauf eine auch inhaltlich gute und angemessene Ansprache aufzubauen ist allerdings leichter gesagt als getan. Um dies zunehmend einzuüben, halten wir in unseren internen Noviziatsmessen regelmäßig Kurzansprachen. Aber keine Angst, die Rhetorikausbildung hat ja gerade erst begonnen!
Link zum Berliner Konvent: http://www.dominikaner-berlin.de
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02.-08.07.09
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Einkehrtage in Treviso
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Anfang Juli hatten wir die Freude, einige Tage in der norditalienischen Region Venetien zu verbringen und die dortigen Stätten des Ordens mit ihrer typischen Bettelordensarchitektur aus dem 13. und 14. Jahrhundert zu erkunden. Wir wohnten in der Provinzhauptstadt Treviso, gegenüber der alten Dominikanerkirche, die 1318 fertiggestellt wurde.
Aus Treviso stammt auch der sel. Benedikt XI., der zweite Papst aus unserem Orden, der von 1303 bis 1304 auf dem Stuhl Petri saß. Bereits als Kardinal förderte Niccoló Boccasini, wie sein bürgerlicher Name lautet, den Neubau der Dominikanerkirche in seiner Geburtsstadt, die nach seinem Namenspatron San Niccoló benannt wurde. Sie ist das beeindruckende Beispiel einer Bettelordenskirche monumentalen Stils, in der sich einige typische architektonische Elemente der Mendikanten erhalten haben. Traditionell besaß eine Dominikanerkirche eine Flachdecke, nur die Apsis war gewölbt, die mit einem kastenförmigen Chorraum abschloss.
Neben der alten Dominikanerkirche in Treviso besichtigten wir auch das ehemalige Kloster, in dem sich heute das Priesterseminar der Diözese mit der alten Dominikanerbibliothek befindet. Das Gebäude ist berühmt für den ehemaligen Kapitelsaal aus dem 14. Jahrhundert, in dem eine Reihe von vierzig Fresken mit den Portraits berühmter Mitglieder unseres Ordens erhalten ist. Die Bildnisse der Heiligen, Seligen, Päpste, Kardinäle und Kirchenlehrer aus dem Predigerorden sind das Werk des italienischen Malers Tomaso da Modena, der diese um 1352 schuf. Für die Kunstgeschichte bieten sie interessante Einblicke in das mittelalterliche Studienleben, etwa ist hier die erste Brille der Geschichte dargestellt.
Nahe gelegen ist die Universitätsstadt Padua mit der Basilica di Sant'Antonio, einem der berühmtesten Heiligtümer Italiens. Wir pilgerten zum Grab des hl. Antonius und zum Grab des hl. Evangelisten Lukas in der Abteikirche Santa Giustina.
Auch das Studium kam nicht zu kurz: In zwei ausgedehnten Kolloquien beschäftigten wir uns mit der Rolle des Studiums im Predigerorden sowie mit dem Verhältnis von Glaube und Vernunft, Theologie und Philosophie. Dies geschah auf der Basis der Lektüre entsprechender Texte des hl. Thomas von Aquin, M.-Dominique Chenus, Josef Piepers und Joseph Ratzingers. Nach kurzen Impulsreferaten entwickelten sich interessante Diskussionen anhand der Texte.

Als besonders beeindruckend ist uns die Stadt Venedig in Erinnerung geblieben. Wir besuchten die internationale Ausstellung "La Biennale" für zeitgenössische Kunst, die seit 1895 alle zwei Jahre in den "Gärten" der Stadt stattfindet. Dort entdeckten wir in den verschiedenen Länderpavillons die modernsten Arbeiten der internationalen Kunstszene, darunter viele Installationen und andere Kuriosa.
Außerdem führte uns der Weg in das Dominikanerkloster San Giovanni e Paolo mit der größten Kirche Venedigs und zugleich Grablege vieler venezianischer Dogen ab dem 13. Jahrhundert. Neben der Architektur bietet die Kirche Darstellungen aus dem Leben des hl. Dominikus und der frühen Ordensgeschichte. Unter anderem befindet sich dort das berühmte Wandgemälde von Leandro da Bassano, das die Bestätigung des Predigerordens durch Papst Honorius III. 1216 zeigt.
Gerne erinnern wir uns an die sehr schönen gemeinsamen Tage in Norditalien, in denen sich auf wunderbar dominikanische Weise geistliches Leben, Studium, Kultur und nicht zuletzt gemütliche Erholung miteinander verbanden!
| Weitere Eindrücke in Bildern |
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Juni 2009

14.-19.06.09
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Novizenwerkwoche in Hofheim
"Das Gelübde des Gehorsams"
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Unter dem Titel: "Gehorsam: Hören in Achtsamkeit - Leben in Abhängigkeit - Handeln in Verantwortung" stand die letzte Werkwoche der Novizen der Mendikantenorden vom 14. bis 19. Juni, an der wir teilnahmen. Insgesamt 12 Novizen und Magistri der Franziskaner, Kapuziner, Minoriten, Dominikaner und Augustiner kamen im Exerzitienhaus St. Josef der Franziskaner in Hofheim im Taunus ( www.exerzitienhaus-hofheim.de) zusammen, um eine gemeinsame Woche zu verbringen, die von Gebet, Gemeinschaft und der Auseinandersetzung mit dem dritten Gelübde, dem des Gehorsams, geprägt war.
Ein theologischer Blick auf den Gehorsam eröffnete am ersten Tag die Werkwoche. Dr. Ulrich Burkhard, ein ehemaliger Mitarbeiter der Diözesanakademie Würzburg, näherte sich den biblischen Zeugnissen an. Ausgehend von den Berufungsgeschichten Abrahams und Samuels gelangte er zum Exodus, den er als "Erziehungsweg Gottes" mit seinem Volk bezeichnete, das durch einen mühevollen Prozess der Auseinandersetzung mit seinem Gott den Gehorsam, das Hören auf Gottes Weisung lernt, und so aus der Knechtschaft heraus ins Leben hinein findet. Erstaunlicherweise taucht der Begriff "Gehorsam" als solcher im Alten Testament gar nicht auf. Dafür durchzieht ein Verb die gesamte hebräische Bibel, in dem das Verständnis von Gehorsam grundgelegt ist: "hören". Es steht in einem engen Zusammenhang mit den Verben "erkennen" und "lieben". Mit dem Imperativ "Höre!" beginnt das wichtigste Glaubensbekenntnis des Judentums, das "Höre Israel!" (Dtn 6,4-5). Gehorsam meint also zuallererst eine grundsätzliche Haltung der Offenheit für Gottes Ruf, des Hinhörens auf seine (oft leise) Stimme, die den Menschen in seine Nähe, in die Fülle des Lebens führen will.
Im Neuen Testament behandelte Dr. Burkhard besonders die lukanische Ölbergerzählung (Lk 22,39-46) und das Gleichnis vom Schatz im Acker (Mt 13,44-46). Selbstverleugnung im jesuanischen Sinn meint eine Haltung der Selbstlosigkeit, der Selbstvergessenheit. Ein Mensch kann diese Haltung in dem Wissen darum einnehmen, dass Gott ihn voller Liebe anschaut und dass sich sein Ansehen allein aus dieser Liebe Gottes zu ihm herleitet. Selbst brauchen wir uns gar nicht mehr um unser persönliches Ansehen, unsere Geltung vor den Menschen zu sorgen, weil wir wissen, dass Gott uns liebt.
Die Lektüre entsprechender Texte des Zweiten Vatikanums, des letzten Ökumenischen Konzils, führten uns an den Gehorsam heran. Die Kirchenkonstitution "Lumen Gentium" spricht von der Berufung aller zur Heiligkeit, vom Streben aller nach Vollkommenheit und vom "übernatürlichen Glaubenssinn des ganzen Volkes Gottes" (LG 12). Für die Ordensleute stellt das Ordensdekret "Perfectae caritatis" das Ideal eines aktiven und verantwortlichen Gehorsams auf, in dem die Ordensleute ihre "eigene Verstandes- und Willenskraft einsetzen", um "die größer gewordene Freiheit der Kinder Gottes" heranreifen zu lassen. Die Ordensleute sind "dem Dienst der Kirche enger verbunden und streben danach, zum Vollmaß der Fülle Christi (vgl. Eph 4,13) zu gelangen" (PC 14).
Am zweiten Tag ging es um unsere persönlichen Erfahrungen, Hoffnungen und Befürchtungen als Novizen im Zusammenhang mit dem Gehorsamsgelübde. Es bestand Raum zum Austausch in kleinen Gruppen unter uns. Anschließend führten uns ganz verschiedene Texte aus den vertretenen Ordenstraditionen an die spezifischen Gehorsamsverständnisse der franziskanischen, der augustinischen und der dominikanischen Ordensfamilie heran. Auszüge aus den Ermahnungen des heiligen Franziskus, aus seiner Biographie des Thomas von Celano, sowie aus der Augustinusregel und den Konstitutionen des Predigerordens standen einander gegenüber.

Am dritten Tag änderte sich unser Blickwinkel. Dr. Barthel Schröder, Ständiger Diakon und ehemaliger VW-Topmanager war zu Gast und berichtete von seinen Erfahrungen in der Leitung eines global agierenden Konzerns. Der Begriff "Gehorsam" taucht dort nicht auf, dafür nimmt "Loyalität" in weiten Feldern seine Stelle ein. Viele Gemeinsamkeiten und Unterschiede taten sich auf. Hierarchie und (teilweise weltweite) Versetzungen gibt es auch in einem Unternehmen - oftmals in strafferer Form als in unseren Orden. Im Sinne einer "corporate identity" weisen auch Konzerne gemeinsame Elemente wie Firmenlogos, identische Arbeitskleidung, Handlungsanweisungen und gleiche Architektur im Sinne der Wiedererkennung und einer tragenden Struktur auf. Dies findet sich auch in den Orden, denen Dr. Schröder empfahl, ihr je spezifisches Profil in diesem Sinne zu schärfen. Bei aller Unterscheidung zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Ebenen - beim Orden handelt es sich um eine Lebensform, in der Wirtschaft um ein Arbeitsverhältnis - wies er darauf hin, dass es manchmal notwendig ist, individuelle Interessen für das Gemeinwohl hintanzustellen: im Unternehmen wie im religiösen Orden.
Am Nachmittag fand ein Ausflug nach Mainz statt. Dort begrüßten uns unsere Brüder im Dominikanerkloster ( www.dominikaner-mainz.de), führten uns durch das Kloster in der Gartenfeldstraße und luden uns zu Kaffee und Kuchen ein. Im Anschluss erhielten wir eine sehr interessante Führung durch den Mainzer Dom. Ein Stadtrundgang führte uns zur Kirche St. Stephan mit den berühmten Chagallfenstern, zur Augustinerkirche und zur Karmeliterkirche. Der Tag endete mit einem gemütlichen Abendessen.
Br. Heribert Arens OFM, der ehemalige Provinzial der Franziskaner, besuchte uns am letzten Tag und ließ uns auf der Basis seiner langjährigen Erfahrungen an seinem Zugang zum Gehorsam teilhaben. Gehorsam ist eine geschöpfliche Tugend, ist Grundsituation des Lebens, eine ständige Wegsituation, die sich an Leitbildern orientiert, um zu Sinn und Freiheit zu führen. Gehorsam soll aus Staunen und Ehrfurcht voreinander erwachsen, was für Obere und andere Ordensmitglieder wechselseitig gilt. Auch kann und muss er manchmal Zumutung und Herausforderung beinhalten. Vor allem aber ist der Gehorsam eine Antwort auf den je eigenen Ruf Gottes an den Einzelnen, der am Anfang steht. Autorität soll sich in der Spannung zwischen Macht, Liebe und Kompetenz bewegen.
Mit vielen Eindrücken und Anregungen kehrten wir von der Novizenwerkwoche zurück. Dankbar sind wir für die Impulse der Referenten und Noviziatsleiter, aber auch für die angeregten und interessanten Diskussionen unter uns Novizen. Die Begegnung mit anderen jungen Ordensmännern tat gut und war spürbar vom Geist brüderlichen Miteinanders geprägt.
| Weitere Bilder von der Novizenwerkwoche |
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14.06.09
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ZDF-Fernsehgottesdienst aus der Dominikanerkirche in Worms
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Unter dem Wort "Zuhause bei Gott" stand der vorletzte ZDF-Fernsehgottesdienst zum Ende des Paulusjahres 2008/09, der passend dazu aus unserer Wormser Kirche St. Paulus live übertragen wurde. Zwei Tage lang hatte ein etwa 20-köpfiges Team des ZDF unsere Klosterkirche präpariert: Fünf Kameras wurden aufgebaut, mehrere 2000 Watt starke Scheinwerfer installiert und ein Übertragungswagen des Bayerischen Rundfunks in Position gebracht.

Nicht nur die Kirche war mit vielen Besuchern gefüllt, auch an den Fernsehbildschirmen zu Hause haben rund 1 Million Zuschauer aus ganz Deutschland den Gottesdienst mit dem Dominikanerkonvent gefeiert. Unser Novizenmeister P. Philipp J. Wagner OP, der Zelebrant und Prediger war, hatte bereits 2001 die Leitung eines Fernsehgottesdienstes aus dem Dominikanerkloster in Braunschweig inne. Auch wir Novizen und die Mainzer Studenten wirkten bei der Sonntagsmesse mit und waren anschließend über die Telefon-Hotline für viele Anruferinnen und Anrufer bis zum Abend erreichbar. Bereits 2005 waren zwei Eucharistiefeiern aus St. Paulus in Worms im ZDF übertragen worden.
Weitere Informationen:
Link zum ZDF-Fernsehgottesdienst aus St. Paulus
Link zur Katholischen Fernseharbeit (KFA)
| Weitere Eindrücke von den Vorbereitungen zum Fernsehgottesdienst |
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Mai 2009

28.05.09
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Noviziatsausflug nach Colmar
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Der letzte Noviziatsausflug führte uns in die elsässische Stadt Colmar, deren mittelalterlicher Kern noch weitgehend erhalten ist. Die frühere Dominikanerkirche aus dem 13. Jahrhundert - heute Aufstellungsort der "Madonna im Rosenhag" von Martin Schongauer - zeugt von der einstigen Präsenz des Predigerordens in der Stadt. Zahlreiche Angehörige des Ordens, darunter der hl. Albertus Magnus, der hl. Thomas v. Aquin und der Ordensgründer, der hl. Dominikus, ( siehe Foto, von links nach rechts) sind auf den Fenstern der gotischen Klosterkirche dargestellt. Ganz in der Nähe befindet sich auch das ehem. Dominikanerinnenkloster - heute das Unterlinden-Museum -, das wie das Männerkloster während der Französischen Revolution aufgelöst wurde. Die ehem. Kapelle beherbergt heute den berühmten "Isenheimer Altar" von Matthias Grünewald aus dem beginnenden 16. Jahrhundert.
| Weitere Bilder vom Noviziatsausflug |
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26.05.09
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"Staffelübergabe" der Kreuzganggespräche
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Mit P. Max Cappabianca und P. Philipp J. Wagner, interviewt von Susanne Müller (Wormser Zeitung), wurde am 26.5. die Mai-Reihe der Kreuzganggespräche im Wormser Dominikanerkloster abgeschlossen. Die nächste Reihe wird im November 2009 stattfinden, dann unter der Leitung von P. Philipp. P. Max wechselt nun ganz nach Rom, wo er noch einige Jahre im Vatikan arbeiten soll. Das Noviziat wünscht ihm Gottes Segen und alles Gute für seine Arbeit!
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24.05.09
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Feierliche Amtseinführung von Dr. Stephan Ackermann als neuer Bischof von Trier
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18.05.09
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Das Superwahljahr 2009
Kreuzganggespräch mit Professor Karl-Rudolf Korte
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Die politische Kultur in Deutschland hat sich in den letzten Jahren stark verändert und verändert sich weiter. So verlieren beispielsweise soziale Bindungen wie Kirchen- oder Gewerkschaftszugehörigkeiten immer mehr ihre Bedeutung für die Wahlentscheidung der Bürgerinnen und Bürger. Dies bedeute allerdings keinen Verlust, so Prof. DDr. Karl-Rudolf Korte, Politikwissenschaftler an der Universität Duisburg-Essen, sondern eher eine große Chance für die Wählerschaft, da die Parteien täglich neu um ihre Gunst buhlen müssen.
Am 18. Mai stellte sich der renommierte Analyst und Publizist den Fragen von Pater Max Cappabianca OP. Auch wenn sich Prof. Korte hinsichtlich seiner eigenen Parteienpäferenz für die anstehende Bundestalgswahl in Schweigen hüllte, erfuhr das Publikum viele interessante Analysen der aktuellen politischen Landschaft in Deutschland. In der Linkspartei sieht der Politikwissenschaftler beispielsweise keine Gefahr, sondern das natürliche Ergebnis einer Lücke, die in Zeiten einer Großen Koalition entsteht. Ebenso sei auch in der Zeit der letzten Großen Koalition in Deutschland (1966-1969) eine neue Partei entstanden: die Grünen.
Sehr pointiert äußerte sich der Fachmann zu Spitzenpolitikern wie Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier. Ihr Auftreten und das Bild, das die Medien von ihnen zeichen, deutet er als durchaus beabsichtigte Erscheinungsform eines Politikstils, der derzeit gefragt und geschätzt wird: Nüchternheit ist angesagt, eine "protestantische Sachlichkeit", wie sie die Bundeskanzlerin ausstrahle.
Selbst als politischer Berater beim Zentralkomitee der Deutschen Katholiken aktiv, ermutigte Prof. Korte die Kirchen, sich im politischen Diskurs einzubringen und ihre Überzeugungen auszudrücken. Vieles, was derzeit gefordert wird, sei in der Katholischen Soziallehre grundgelegt. Daher sollen die Christen guten Gewissens auch in der politischen Debatte für das christliche Menschenbild einstehen.

Auf die abschließende Frage von P. Max, woran sich die Wähler denn bei der Wahl im Herbst orientieren sollen, antwortete Prof. Korte, entscheidend sei das Vertrauen, das man in seine Kandidatin bzw. seinen Kandidaten setze. Wir lebten in einer Vertrauenskrise, deshalb müsse man die Politiker für authentisch halten, denen man seine Stimme gibt.
Im Anschluss an das Interview in der Klosterkirche nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit zur Begegnung im Kreuzgang und setzten mit Professor Korte die angeregte Diskussion fort.
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16./17.05.09
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Kreuzgangkonzerte mit dem "Ensemble Resonanzen"
Faszinierende Klänge des Mittelalters und der Renaissance in St. Paulus
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Ungewohnte Klänge erfüllten am 16. und 17. Mai den Kreuzgang des Dominikanerklosters zu Worms. Die vier Künstler Iris Désirée Balzereit, Elisabeth Charlotte Barden, Armin Köbler und Ramona Walther, die zusammen das "Ensemble Resonanzen" bilden, entführten die begeisterten Zuhörer in die Vielfalt musikalischer Kompositionen vergangener Jahrhunderte. Auch je solistisch haben sich die jungen Musiker auf den Bereich der Alten Musik und der historischen Aufführungspraxis spezialisiert.
Die besonderen Reize der Klangwelt des Mittelalters und der Renaissance standen mit all ihren Besonderheiten im Zentrum der Abende. Verschiedene Extrema dieser Kunstrichtung wurden einander gegenüber gestellt: Die Bandbreite reichte von einer Vertonung des 130. Psalms von Johannes Walter für Blockflöten über einen Schäfertanz für Krummhörner von Praetorius bis hin zu Trink- und Tanzliedern für Pommern. Noch vieles mehr bot das reiche Programm. Über fünfzig nachgebaute Originalinstrumente waren es, die das Ensemble zur Aufführung brachte und die entscheidend zur klanglichen Wirkung beitrugen. Einige davon stellten die Musiker dem interessierten Publikum vor und beantworteten während der Pause Fragen zu den verschiedenen Holzblasinstrumenten. Eine Blockflöte kennt beinahe jeder, doch wie sieht beispielsweise ein mittelalterlicher Consortsatz aus? Sein stiller und sanfter Klang steht dem prachtvollen Ausdruck des Pommernquartetts und der heiteren, spielmännischen Art der Krummhörner gegenüber. Besonders der markante Klang der Krummhörner ist - auch innerhalb des Konvents - auf Begeisterung gestoßen. Wer diesen facettenreichen Konzertabend genossen hat, wird wohl so bald nicht mehr von einem "düsteren Mittelalter" sprechen.
Die nächsten Kreuzgangkonzerte werden am 27. Juni und am 4. August stattfinden.
| Einige Impressionen vom Kreuzgangkonzert |
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11.-14.05.09
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Die Anfänge des Predigerordens und seine Entwicklung im 13. Jahrhundert
Unterrichtseinheit mit P. Albert M. Seul OP
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Zur Noviziatsausbildung gehört eine Einführung in die Geschichte unseres Ordens, der mehrere historische Unterrichtsblöcke im Laufe des Noviziatsjahres dienen. In der Zeit vom 11. bis zum 14. Mai war Pater Albert Seul aus dem Vechtaer Konvent ( www.dominikaner-vechta.de) bei uns in Worms zu Gast, um mit uns die Anfänge des Ordens, die Vita und das Wirken des heiligen Dominikus, sowie die ersten Jahrzehnte des Predigerordens zu behandeln.
Viele Grundlagen für den Einstieg hatte bereits der Noviziatsunterricht der letzten Wochen gelegt, in dem wir uns mit unserem Novizenmeister Pater Philipp u.a. mit der Geschichte des Mönchtums und des Ordenslebens in den Jahrhunderten vor der Gründung des Dominikanerordens beschäftigten. Dabei blickten wir besonders auf das frühe östliche und westliche Mönchtum, das Benediktinertum mit seinen Reformbewegungen, die Karthäuser, das Kanonikerwesen und die Prämonstratenser, sowie schließlich die franziskanische Bewegung.
Pater Albert begann mit der Lektüre des Libellus, der ältesten und wichtigsten Quelle "von den Anfängen des Predigerordens". Ihr Verfasser ist der selige Jordan von Sachsen, Dominikus' direkter Nachfolger als Ordensmeister. Große Teile des Werkes schrieb er noch zu Lebzeiten unseres Ordensgründers, so dass uns mit dem Libellus eine seltene zeitgenössische Quelle vorliegt.
Dem Libellus folgend befassten wir uns mit der Jugend- und Ausbildungszeit des heiligen Dominikus, seiner Herkunft, seiner (adligen?) Abstammung, den Studienjahren in Palencia und seiner Zeit als Kanoniker im Domkapitel zu Osma, während der er sich besonders der Kontemplation widmete und darum betete, "dass ihm [Gott] die wahre Liebe schenke, [nämlich] für das Heil der Menschen wirken und sorgen zu können." ( Libellus 12). An dieser Stelle berichtet Jordan, dass Dominkus die Collationes Patrum des Johannes Cassian mit Eifer gelesen hat, eine systematische Zusammenstellung der geistlichen Lehren der Wüstenväter. Es ist das einzige Buch neben der Bibel, das uns aus der Lektüre unseres Ordensgründers aus den historischen Quellen bekannt ist.
Auf mehreren Reisen durch Europa kam Domingo, wie er auf Spanisch heißt, mit der Häresie der Katharer in Berührung, was ihn dazu bewegte, zusammen mit seinem Bischof Diego eine Predigtmission in Südfrankreich zu initiieren, um "mit ganzer Kraft und feurigstem Eifer so viele Seelen wie möglich für Christus zu gewinnen" ( Libellus 27). Bald erwuchs eine erste Gemeinschaft um "Frater Dominikus", die basierend auf einem gründlichen Studium sowie einer glaubwürdigen und authentischen Lebensweise die Aufgabe hatte, "in evangelischer Armut zu Fuß als Ordensleute umherzuwandern und das Wort der evangelischen Wahrheit zu verkünden" (Bestätigungurkunde des Bischofs Fulko von Toulouse 1215). Zunächst bischöflichen Rechts, erhielt die Gemeinschaft 1216 die erste päpstliche Bestätigung. Dabei griff Papst Honorius III. das Anliegen des Vierten Laterankonzils von 1215 auf, in Reaktion auf einen Notstand der Zeit geeignete Männer für die Predigt heranzubilden, die den Bischöfen als Mitarbeiter zur Seite stehen oder sie sogar im Bereich der Verkündigung ganz vertreten konnten (can. 10).
Rasch verbreitete sich der Orden über ganz Europa. Dominikus gründete gezielt Klöster und sandte seine Brüder, die ihm in großer Zahl zuliefen, zu den großen (Universitäts-)Zentren seiner Zeit, vor allem Paris und Bologna. Man geht davon aus, dass beim Generalkapitel 1221 zu Bologna die ersten acht Provinzen gegründet wurden, unter ihnen auch die Teutonia. Dominikus starb am 6. August 1221 im Konvent zu Bologna. Seine Heiligsprechung erfolgte 1234 durch seinen einstmaligen Förderer, Papst Gregor IX. DIe Akten der beiden Heiligsprechungsprozesse zu Bologna und Toulouse sind uns glücklicherweise überliefert.
Auch in den deutschsprachigen Reichsgebieten breitete sich der Predigerorden rasant aus. Der erste Konvent "auf deutschem Boden" wurde 1220 in Friesach/Kärnten gegründet. Ihm folgten Köln (1221), Straßburg und Magdeburg (beide 1224). Die Provinz reichte anfangs bis nach Skandinavien und zum Baltikum. Ende des 13. Jahrhunderts zählte sie 96 Konvente, was 1303 eine Teilung der Teutonia und die Enstehung einer neuen Provinz namens Saxonia östlich des Mains und nördlich des Rheins notwendig machte.
Zu einem Konvent gehörte bereits in der Frühzeit der sog. lector oder doctor, der an einem der ordenseigenen Studienzentren, den studia generalia, ausgebildet worden war. Auch in Köln wurde um 1247 ein solches studium generale errichtet, dessen erster Leiter Albert von Lauingen war, besser bekannt als der heilige Albertus Magnus. Zu seinen Studenten gehörten der heilige Thomas von Aquin, sowie die bekannten Vertreter der Deutschen Mystik Johannes Tauler und Heinrich Seuse, sowie die Theologen Eckhard und Dietrich von Freiberg. Für die sieben artes liberales (Trivium: Rhetorik, Dialektik, Grammatik und Quadrivium: Geometrie, Arithmetik, Astronomie und Musik) errichtete man andere Studienzentren, darunter auch 1284 unseren Konvent in Worms.
Grundsätzlich kann man drei Phasen in der Entwicklung eines Dominikanerklosters im 13. Jahrhundert beobachten:
1. Phase (1220-1240): Ansiedlung in einer Stadt, meist in einem Hospiz außerhalb der Stadtmauern, um bei der Wanderpredigt auch die Vororte erreichen zu können; kein Kirchbau, dafür bloß ein kleines Oratorium
2. Phase (1240-70): Übergang zur Seelsorgstätigkeit vor Ort im Konvent; Kirch- und Klosterbau in der Innenstadt
3. Phase (ab 1270): Erlangung einer einflussreichen Rolle in der städtischen Gesellschaft; Stiftungen; Anbindung vornehmer Familien; Erwerb von Grundbesitz; oft zusammen mit einem Beginenhof Entstehung eines "dominikanischen Stadtviertels" mit eigener, klösterlicher Jurisdiktion, Steuerfreiheit, Exemption und eigenem Karzer

Den Abschluss unseres Unterrichtsblocks über die Entstehung des Predigerordens bildete ein Blick auf die Ordensmeister des 13. Jahrhunderts. Neben Dominikus und Jordan sind besonders Johannes von Wildeshausen (1241-1252), Humbert von Romans (1254-1263), Munio von Zamora (1285-1291) und Nikolaus Boccasini (1296-1298), der spätere Papst Benedikt XI., hervorzuheben.
Wir danken fr. Albert sehr für seine brüderliche Art der Vermittlung, für spannende Tage und intensives Arbeiten! |

12.05.09
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Riss im Glück
Der ZDF-Journalist und Buchautor Stephan Kulle im Interview mit P. Max Cappabianca OP in der Reihe "Kreuzganggespräche" im Wormser Dominikanerkloster
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"Wir sind Papst!" titelte stolz eine bekannte deutsche Boulevardzeitung nach der Wahl Kardinal Joseph Ratzingers zum Nachfolger Johannes Pauls II. auf den Stuhl Petri. Seitdem hat Benedikt XVI. immer wieder für Kontroversen außer- und innerhalb der katholischen Kirche gesorgt. Sein Pontifikat scheint unter keinem günstigen (Medien-) Stern zu stehen - zumindest aus der deutschen Perspektive!
Denn der Katholizismus in Deutschland neige dazu, sich "als Nabel der Welt" zu sehen, analysiert der Theologe Stephan Kulle, der vor allem durch seine Berichterstattung über die Papstwahl im April 2005 im deutschen Fernsehen bekannt wurde. In Rom könne man wie an keinem anderen Ort erleben, dass die katholische Kirche universal denkt und handelt! Da relativieren sich die besonderen Verhältnisse der deutschen Kirchenlandschaft schon einmal schnell gegenüber anderen Regionen der Welt. Im Umgang deutscher Medien mit Benedikt XVI. fordert Kulle weniger Vorurteile und mehr Wahrhaftigkeit. Den Slogan "Wir sind Papst!" empfand er bereits 2005 als pure Heuchelei.
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Wohin Kulle das Fach Theologie führen würde, erschien dem bekennenden Katholiken während des Studiums lange ungewiss. Durch einen Autounfall, den er als Beifahrer mit 23 Jahren erlitten hatte, war er über Jahre querschnittsgelähmt und an den Rollstuhl gefesselt. Doch schaffte er es, diesen "Riss im Glück" - wie er es nennt - durch Therapien und dank seines Glaubens zu überwinden. Besonders durch Menschen in seiner engsten Umgebung, die ihm in dieser schweren Zeit beistanden, ist er wieder auf die Beine gekommen.
In seinem Buch "Das Leben gibt dir Zitronen, mach Limonade draus. Mein Weg zurück ins Leben" (München 2007) schildert er seine bewegende Lebensgeschichte und ermutigt jeden, nicht aufzugeben!
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Besonders diese Momente, in denen Kulle den Besuchern der Wormser Kreuzganggespräche von seinem persönlichen Schicksal berichtet, verfolgen alle gebannt. Auf dem anschließenden Empfang im Kreuzgang stand Kulle den Besuchern gerne noch für persönliche Gespräche und Autogramme zur Verfügung.
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Die Zuhörer in der voll besetzten Klosterkirche |
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Link zur offiziellen Website von Stephan Kulle: www.stephan-kulle.de
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01.05.09
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Gebet der Religionen in Worms
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Regelmäßig lädt der "Interkulturelle Runde Tisch" die verschiedenen in der Stadt vertretenen Religionen, Konfessionen und Kulturvereine zum gemeinsamen interreligiösen Gebet ein. Auch am 1. Mai d.J. kamen Wormser Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter der Afrikanischen Gemeinde, der Ahmadiyya-Gemeinde, der Alevitischen Gemeinde, des Ausländerbeirats, des Ev. Dekanats Worms-Wonnegau, der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs, des Kath. Deutschen Frauenbunds, der Pax Christi-Gruppe, der Syrisch-orthodoxen Gemeinde und des Dominikanerklosters St. Paulus zum Gebet zusammen. Besonders die derzeitige weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise fordert dazu auf, gemeinsam für Gerechtigkeit, Solidarität und ein friedliches Miteinander der Religionen einzutreten.
| Bilder vom Gebet der Religionen |
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April 2009

29.04.09
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Kinderarmut gibt es auch in Worms!
Über die Wohlfahrtsarbeit der Caritas vor Ort
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"Deus caritas est" (1 Joh 4,8b): Die Liebe Gottes zum Menschen verwirklicht sich in der konkreten Liebe der Menschen zueinander. So auch in der täglichen sozialen Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des katholischen Caritasverbandes Worms e.V. Dessen Direktor, Georg Diederich, gab uns heute einen Einblick in die vielfältigen Beratungs- und Hilfsangebote seines Verbandes. Diese reichen von der Essensausgabe der "Wormser Tafel" (in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Diakonischen Werk) über Kinder- und Jugendarbeit, Beratung für Frauen in Schwangerschaft und Konfliktsituationen, Gesundheitsversorgung und Lebensberatung, bis hin zur Pflege und Betreuung kranker und älterer Menschen.

Besonders beunruhigend erscheint, dass sich die Zahl der Wormser in Not, die auf die zweimal wöchentliche Essensausgabe der "Wormser Tafel" angewiesen sind, in wenigen Jahren auf rd. 360 versiebenfacht hat. Dabei handelt es sich meist um Empfänger staatlicher Sozialleistungen, von denen rund die Hälfte Rentner, ein Viertel Menschen mit Migrationshintergrund sind. Die tägliche Arbeit wie Sortierung der Lebensmittelspenden von Supermarktketten und Bäckereien oder Verpackung und Ausgabe der Pakete an die Bedürftigen wird allein von über 25 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern geleistet.
Dabei stellt die soziale Situation der Stadt Worms mit ihren rd. 80.000 Einwohnern kein Sonderfall dar. Die Wohlfahrtsverbände melden, dass die Zahl Not leidender Menschen in Deutschland stetig wächst, die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise lässt noch Schlimmeres für die Zukunft befürchten. Allein in Worms gelten derzeit rd. 2.800 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren als "arm" (Hartz IV Regelsatz für Kinder: ca. 200 Euro pro Monat). Um neben dem konkreten Hilfsangebot der Caritas auch in der Öffentlichkeit auf die Notlage dieser jungen Menschen in der Stadt aufmerksam zu machen, plant die Caritas für den 13. November 2009 eine Lichteraktion in der Wormser Innenstadt. Für jedes Kind, das unterhalb der Armutsgrenze lebt, soll eine Kerze entzündet werden, um das öffentliche Bewusstsein für ihre soziale Lage zu sensibilisieren. Die "Patenschaft" für eine Kerze kostet 3 €. Unser Dominikanerkonvent wird diese Aktion gerne unterstützen.
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Link zum Caritasverband Worms e.V.:
http://www.caritas-worms.de
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Weitere Informationen zum Thema:
Deutsches Kinderhilfswerk e.V. (www.dkhw.de)
Verein Für soziales Leben e.V. (www.kinder-armut.de)
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23.04.09
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Geschwisterliche Begegnung in St. Paulus
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15.04.09
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Besuch der Ausstellung "Medium Religion" im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe
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"Medium Religion" bringt unseren alltäglichen Religionsbegriff ins Wanken. Verstehen wir darunter eine transzendente Offenbarung, die sich in als heilig qualifizierten Schriften - etwa denen der sogenannten Buchreligionen - manifestiert, oder den Vollzug religiöser Handlungen in Ritual und Kult, in denen das Göttliche dem Menschen zugänglich werden soll? Nach dem Religionssoziologen Martin Riesebrodt "ist Religion ein Komplex religiöser Praktiken, die auf der Prämisse der Existenz in der Regel unsichtbarer persönlicher oder unpersönlicher übermenschlicher Mächte beruhen."(1) Das göttliche "Wort" und das menschliche "Tun" finden in den Religionen in je unterschiedlicher Weise zusammen.
Dies zeigen 37 internationale Künstler und -gruppen (von dt. Seite u.a. Konrad Balder Schäuffelen und Christoph Schlingensief) in einem weiten Spektrum unterschiedlicher Arbeiten und dokumentarischer Installationen, in denen sie sich mit Begriff und Deutung von Religion heute auseinandersetzen. Religiöse Texte, Handlungen und Symbolik aus Hinduismus und Buddhismus, Judentum, Christentum und Islam werden in profane, unkonventionelle Kontexte der Moderne gestellt und neue Sichtweisen und Zugänge des Betrachters provoziert.
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Boris Groys, Das Medium Religion, 2006; Video Lecture (Farbe, Ton), 25 min., Loop, Courtesy Boris Groys, Produktion ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, 2006; Commissioned by Schirn Kunsthalle Frankfurt
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Auf diese Weise soll "eine kritische Analyse der jeweiligen religiösen Ikonographie", aber auch eine Überprüfung der "kulturellen Moderne" angeregt werden(2). Unter den Arbeiten finden sich etwa Dokumentationen ritueller Tierschächtung, technisch "re-auratisierte" beschädigte Ikonen, ein Scientology-Werbevideo mit Tom Cruise oder eine kritische Auseinandersetzung mit stereotypen Christus-Porträts und Werbebildern unserer Konsumgesellschaft. In meist distanzierter Haltung befragen die Künstler gängige Religionsbilder auf ihren Sinngehalt und überlassen es dem Betrachter, eigene Positionen zum Dargestellten einzunehmen.
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"Medium Religion" zeigt, wie sich die Religion der Postmoderne neuester Medien wie des Internets bedient, um religiöse Botschaften - zu jeder Zeit und weltweit abrufbar - zu platzieren. Gerade das Video mit seinem repetitiven Charakter schickt sich an, Sinn und Zweck des religiösen Rituals - die Wiederholbarkeit einer religiösen Handlung - visuell und auditiv zu imitieren, ohne am realen Ritual teilnehmen zu müssen. Die massenmediale Verbreitung produzierter Bilder verfügt über das Potential, die Medien als Religion, aber auch Religion als Medium zu inszenieren. Der Zugang zum Transzendenten wird über das Medium Religion reguliert und rückt damit aus der privaten Sphäre in das öffentliche Bewusstsein. Die vielfach ausgerufene "Rückkehr der Religionen" zeigt sich so als massenmediale Zur-schaustellung der (individuellen) Religiosität, infolgedessen Religion (wieder) als Handlungsgrundlage gesellschaftlich en vogue wird. Das Medium wird nun selbst ritualisiert.
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"Medium Religion", von Boris Groys und Peter Weibel kuratiert, ist eine wertvoll-anregende Ausstellung über Religion(en) in der säkularen Moderne, vom 23.11.2008 bis zum 19.04.2009 im ZKM in Karlsruhe zu sehen. Der Katalog mit wissenschaftlichen Beiträgen zum Thema und einer Dokumentation der Ausstellung wird voraussichtlich im Mai 2009 erscheinen. Weitere Informationen unter http://www02.zkm.de/mediumreligion/. |
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(1) Martin Riesebrodt, Cultus und Heilsversprechen. Eine Theorie der Religionen, München 2007, S. 113.
(2) vgl. ZKM-Faltblatt zur Ausstellung.
| Ein Ausschnitt aus der Ausstellung in Bildern |
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12.04.09
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Ostern in Sankt Paulus
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03.04.09
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Ökumenischer Jugendkreuzweg
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"Siehst Du mich?" - unter diesem Wort stand der Ökumenische Kreuzweg der Jugend 2009, der in Worms in unserer Dominikanerkirche St. Paulus am Freitag vor Palmsonntag eröffnet wurde. Die Kirche füllte sich schnell mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die gekommen waren, um gemeinsam Leiden, Kreuzigung und Auferstehung Jesu zu gedenken. Nach der ersten Station in St. Paulus zog die Prozession weiter von Kirche zu Kirche durch die Wormser Innenstadt - zu insgesamt sechs Stationen. Bereits zum 51. Mal jährte sich der Jugendkreuzweg in Deutschland, seit 37 Jahren wird er ökumenisch begangen.
Das Kreuz im Mittelpunkt - erste Station des Jugendkreuzwegs in St. Paulus
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März 2009

23.-26.03.09
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Gymnasiasten aus Mainz zu Gast im Wormser Kloster
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Vom 23. bis 26. März hatten wir Besuch aus Mainz. Drei Schüler des dortigen katholischen Gymnasiums Theresianum ( www.theresianum-mainz.de) begrüßten wir als Gäste in unserem Konvent. Vier Tage lang nutzten die Zehntklässler die Möglichkeit, einmal hinter Klostermauern zu schnuppern und Fragen loszuwerden. Sie lernten dominikanisches Leben in Worms kennen und informierten sich über die Stadt und das Kloster St. Paulus. Für beide Seiten waren die Tage bereichernd!
Prior, Novizenmeister, Novizen und Gäste im Innenhof des Klosters
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Februar 2009

21.02.09
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Einkleidung unserer Postulanten
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Während des Mittagsgebets empfingen heute unsere beiden Postulanten Dennis Halft und Philipp König den Habit der Dominikaner. Als Frater Dennis und Frater Philipp Maria beginnen sie nun ihr 13-monatiges Noviziat und üben sich weiter in das Leben als Brüder im Predigerorden ein.
Wir freuen uns mit ihnen und wünschen beiden viele gute Erfahrungen mit dem Ordensleben, Vertiefung ihrer Berufung und Gottes reichen Segen! (js)
| Bilder von der Einkleidung |
Neuer Blog
Mit diesem Eintrag eröffnet der Noviziatskurs 2009/2010 seinen eigenen Blog und wird über wichtige und besondere Ereignisse im Noviziatsjahr berichten.
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