Noviziats-Blog 2010/2011

Im Noviziats-Blog geben wir einen kleinen Einblick
in besondere Ereignisse während des Noviziatsjahres.

März 2011


26.03.11
Einfache Profess

 
Am vergangenen Samstag, den 26. März 2011, haben unsere Brüder Adam Rokosz, Christian Johannes Flake und Tobias Rafael Schrörs ihr Noviziat beendet und ihre Einfache Profess abgelegt. Nach der Profess wird fr. Adam in Wien sein Theologiestudium beginnen. Fr. Christian Johannes wird als Lehrer und Schulseelsorger nach Vechta versetzt und fr. Tobias Rafael wird sein Theologiestudium an der Universität Mainz aufnehmen.

Wir wünschen unseren Brüdern für ihren weiteren Weg im Orden alles Gute und Gottes reichen Segen!


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Text: fr. Philipp J. Wagner OP
Bilder: fr. Sebastian Tönnesen OP





16.-17.03.11
Ordensmeister begegnet Noviziat

 
Der neue Ordensmeister der Dominikaner, fr. Bruno Cadoré, besuchte das Noviziat in Worms.

In Begleitung seines Socius' für Zentral- und Osteuropa, fr. Wojciech Delik, verschafft er sich in diesen Tagen einen ersten Blick auf die Provinz Teutonia. Nachdem der frühere Provinzial der Provinz Francia im September 2010 auf dem Generalkapitel in Rom gewählt worden ist, bereist er die Provinzen des Ordens auf der ganzen Welt. Den Novizen des Ordens brachte er eine Frage mit: "Wie wollt ihr verkündigen?"

Es folgt ein kurzer Ausschnitt aus dem Gespräch mit ihm.

"Ihr gebt euer Leben, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Novizen hören gerne, dass sie wichtig für den Orden sind und ja, ihr seid wichtig. Ich komme, um mit euch darüber nachzudenken, welche Vision ihr für die Evangelisierung eures Landes habt."

Das sei die Kernfrage einer Berufung zum Predigerbruder, die Suche nach Wegen, der Frohen Botschaft Jesu Christi heute Gehör zu verschaffen. Es sei die Frage, die Dominikus selbst mit seinem Leben beantworten musste: Wie kann ich die Menschen erreichen?

Ein Schlüssel, so fr.Bruno, sei der Dialog. Paul VI. habe einmal geschrieben, dass Kirche Dialog sei. Als Predigerbrüder müssten wir deshalb mitten in der Welt sein und Zeugnis geben. Die Berufung jedes Einzelnen sei, den Menschen ein Freund zu werden. Es sei eine Gefahr, wenn wir uns von Ihnen gestört fühlten, denn sie seien Gottes geliebtes Volk. Alle, nicht nur die Kirchengemeinden. Deswegen sei es an uns, immer wieder den Dialog zu suchen. Die Kontemplation, also das Gebet, die Liturgie und das Studium, all das sei von hohem Wert, aber es diene immer der Predigt. Unsere ganze Professionalität müsse sich einzig und allein darauf richten, zu Freunden der Menschen zu werden, um sie in eine lebendige Beziehung mit Christus zu führen. Zu einer Beziehung mit jemandem.

Deutschland sei ein Missionsland. Es gebe einen Notstand der Verkündigung. Paradox sei der Umstand, dass es in der Kirche Europas einen wachen Missionsgeist für ferne Länder wie China gebe, aber der Notstand vor der eigenen Haustür nicht gesehen werde.

Es sei ein Hindernis für die Missionierung Deutschlands, wenn wir zu fest eingebunden seien in feste Strukturen. Wir brauchten den Mut zur Armut, den Mut zum Risiko.


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Text: fr. Tobias Rafael Schrörs OP
Bild: fr. Adam Rokosz OP





08.-10.03.11
Gelassenheit und Einkehr - Wallfahrt und Studientag

 
Eine Wallfahrt zum Abschluss des Noviziatsjahres mit Dank für diese gemeinsame Zeit und Bitte für unsere Wege und den Weg des Ordens in Zukunft führte uns an den Wallfahrtsort Kevelaer am Niederrhein, zu Maria, die dort als "Trösterin der Betrübten" verehrt wird.

Gelassenheit und Einkehr - das stellte sich nicht nur auf der Wallfahrt ein, nein, es war auch die Überschrift unserer Studieneinheit zum dominikanischen Mystiker Johannes Tauler, der im 14. Jahrhundert lebte.
Der Münsteraner Weihbischof und vormalige Pfarrer von Kevelaer, Dr. Stefan Zekorn, hat unter diesem Titel seine Promotion über die Spiritualität dieses Mitbruders geschrieben, der zu den großen Mystikern unseres Ordens gehört: Einer der "Gottesfreunde", wie sie sich nannten, zu denen auch Meister Eckhart und Heinrich Seuse gehörten.
Dabei ging es Bischof Zekorn nicht nur darum, uns mit einer historischen Gestalt unseres Ordens vertraut zu machen, sondern die Haltung und Frömmigkeit Taulers als aktuell und sehr bodenständig näher zu bringen.
Dieser Mystiker sucht nicht die übernatürliche Erfahrung, das Entrückte und ganz Fremde, nein, er versucht, in seinen 80 überlieferten Predigten zu einem radikalen Leben in der Nachfolge Christi zu führen, in einer Zeit des geistlichen und politischen Niedergangs der Kirche.
Innerlichkeit und bodenständige Frömmigkeit sollen in uns Gott einen Raum schaffen, dem Gott, der bereits in uns ist und lebt: "Wahrhaftig, Gott hat so Not nach uns, als ob alle seine Seligkeit an uns läge", schreibt Johannes Tauler.
Wir können ihm Raum geben in uns mit Gelassenheit und Einkehr, denn "bist du bei Gott, bist du bei dir."
Nicht nur theoretisch, sondern auch ganz alltagstauglich und lebenspraktisch konnten wir über Johannes Tauler sprechen und fanden in Dr. Zekorn einen geistlichen und sehr kompetenten Referenten, der es auch verstand, diese Studieneinheit in einen gelungenen geistlichen Abschluss im Sinne Taulers münden zu lassen.
Wir danken Bischof Zekorn, der sich kurz nach seiner Weihe und vielen anstehenden Aufgaben im Bistum Münster Zeit für uns genommen hat und seine große Sympathie und Nähe zum Predigerorden durchblicken ließ.

Zum Abschluss dieser Tage besuchten wir das Grab des Hl. Arnold Jansen, des Gründers der Steyler Missionare im holländischen Steyl, der ebenfalls dominikanisch geprägt war.


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Text: fr. Christian Johannes Flake OP
Bilder: fr. Adam Rokosz OP



Februar 2011


19.02.11
Einkleidung und Noviziatsbeginn in Worms

 
Bereits am Freitag hatte fr. Julian Eder (für die süddeutsch-österreichische Provinz) in Augsburg den Habit des Predigerordens empfangen. Heute wurden unsere Brüder fr. Jonas Golla und fr. Sebastian Maria Ostmeyer eingekleidet. Für alle drei begann mit der Erklärung des Priors, fr. Ludger Fortmann, das gemeinsame Noviziat in Worms. Wir wünschen unseren "neuen" Novizen Gottes Segen für das kommende Jahr, das sie tiefer mit dem Leben im Predigerorden bekannt machen und ihre dominikanische Berufung festigen möge.

Weitere Bilder von der Einkleidung finden Sie hier.


v.l.n.r.: fr. Julian Eder, fr. Philipp J. Wagner, fr. Sebastian Maria Ostmeyer und fr. Jonas Golla


Text: fr. Philipp J. Wagner OP
Bild: fr. Adam Rokosz OP





 
fr. Adam Rokosz überzeugt beim Fotowettbewerb

 
Seit sieben Jahren lobt Radio Plus Oppeln, der größte katholische Radiosender Polens, einen Fotowettbewerb aus, dessen aktuelle Ausgabe Arbeiten zum Thema "Licht" gewidmet war. Neben Bewerbern aus Polen haben auch im vergangenen Jahr zahlreiche Fotografen aus Deutschland und Tschechien an diesem Wettbewerb teilgenommen. Am 28. Januar wurden die eingesandten Arbeiten prämiert. Der erste Preis ging an unseren Mitbruder Adam Rokosz, der die Jury mit einem Triptychon überzeugen konnte, in dem er sich fotografisch mit dem Berliner Holocaust-Mahnmal auseinandersetzt.

Herzlichen Glückwunsch!


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Text: fr. Philipp J. Wagner OP
Bilder: fr. Adam Rokosz OP





02.02.11
Tag des Geweihten Lebens

 
Alljährlich lädt das Bistum Mainz alle Ordensleute des Bistums zum Tag des Geweihten Lebens ein. Dieses Jahr besuchten wir die Pfarrgemeinde Mariae Heimsuchung. Thema dieses Tages war Wilhelm Emmanuel von Ketteler (1850-1877 Bischof in Mainz), sein Erbe und Auftrag. Durch zwei Vorträge wurde uns Bischof Ketteler näher gebracht. Sr. Liberata Ricker, Provinzoberin der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung Darmstadt, referierte über die Biografie und das Wirken des Mainzer Arbeiterbischofs, im Anschluss brachte uns Sr. Franziska Katharina Spang von den Klarissen-Kapuzinerinnen von der Ewigen Anbetung Mainz das geistliche Leben Kettelers näher.

Zwischen den Vorträgen gab es viel Gelegenheit zum Austausch und zur Begegnung. Höhepunkt des Tages bildete das Pontifikalamt mit H. H. Weihbischof Dr. Werner Guballa zum Fest der Darstellung des Herrn.

Text: Jonas Golla


Januar 2011


28.01.11
Dank für die Mithilfe

 
Am Fest des hl. Thomas lud der Konvent all die Damen und Herren ein, welche die Arbeit der Dominikaner an St. Paulus mittragen und durch ihr Engagement unterstützen. Sowohl die Angestellten des Hauses, als auch die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren zu einem festlichen Abendessen in den Kreuzgang des Klosters geladen.

Man verbrachte einen schönen, stimmungsvollen Abend im Kreis der Gäste und der Mitbrüder des Konventes, des Noviziates und des Postulates. Unsere Postulanten Julian Eder und Sebastian Ostmeyer bereicherten den Abend mit musikalischen Darbietungen, so dass auch die kulturelle Seite nicht zu kurz kam. Vor allem aber stand der Dank im Vordergrund für das regelmäßige und zuverlässige Engagement im Garten oder im Haus, bei den Gottesdiensten oder in der Sakristei, den der Prior in einer kurzen Rede zum Ausdruck brachte und der hoffentlich dazu ermunterte, auch im neuen Jahr das Leben an St. Paulus mitzutragen.

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Text: P. Ludger A. Fortmann OP
Bilder: fr. Adam Rokosz OP





23.01.11
Feierliche Sonntagsvesper der Dominikaner

 
Novizen, Postulanten und die Brüder des Wormser Konventes beten das Abendlob der Kirche. Die Vesper ist das offizielle Abendgebet der Kirche (Officium). Das Officium besteht aus sieben Gebetszeiten (Horen; von lat. hora = Stunde). Die einzelnen Horen heißen Lesehore, Laudes, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet. Das Stundengebet ist die Antwort der Kirche auf den Ruf der Hl. Schrift: "Betet ohne Unterlass!" (1Thess 5,17)


 

  Text: fr. Tobias Rafael Schrörs OP
Aufnahme & Schnitt: fr. Adam Rokosz OP





16.-21.01.11
Novizenwerkwoche in Limburg

 
In der Zeit vom 16. – 21. Januar 2011 waren wir auf der Novizenwerkwoche der Bettelorden zum Thema "Konflikte" in Limburg an der Lahn.

 

Unter den teilnehmenden Ordensgemein- schaften waren Franziskaner, Karmeliten und wir Dominikaner. Insgesamt kamen wir auf sechs Novizen und vier Noviziatsleiter. Die Referentin, Frau Elisabeth Hoppe, gab uns einen Einblick in das breite Arbeitsfeld der Konflikte.

"Vor dieser Werkwoche dachte ich, dass ich in meinem Noviziat viel zu viel Zeit und Energie in die Lösung von Konflikten oder Streitereien stecke und nicht zum 'Wesentlichen', also zum 'geistlichen Leben' komme. Jetzt weiß ich, dass der Umgang miteinander und damit auch mit Konflikten schon geistliches Leben ist. Denn was ist geistliches Leben, wenn nicht Gestalten von Beziehung?", das ist das Fazit eines Novizen aus der Abschlussrunde.

 
Dass es sich lohnt, Energie auf die Bearbeitung eines Konfliktes zu verwenden, machte Frau Hoppe an der Theorie der neun Eskalationsstufen deutlich.

Jeder Konflikt, so die Referentin, der nicht bearbeitet wird, geht durch neun "Eskalationsstufen". Wenn Verletzungen nicht sehr früh angesprochen werden, gewinnt die kleinste Streiterei eine ungeahnte Dynamik. Daraus erwächst ein nicht aus eigener Kraft lösbarer Konflikt, der nur noch Verlierer kennt. Uns alle hat die Objektivität der Theorie der "Eskalationsstufen" sehr überrascht. Noch dazu wurde uns klar, dass man, so unangenehm es auch sein mag, keinen Konflikt ignorieren kann.

Vertrauter war uns Novizen der Aspekt der Selbsterkenntnis im Zusammenhang mit Konflikten. Ein Teilnehmer drückte das so aus: "Was mich am Anderen am meisten stört, das finde ich meistens bei mir selbst wieder."

Neben den Arbeitseinheiten gab es genügend Raum zur Begegnung und gleich zu zwei Ausflügen. Auf dem Programm standen der großartige Limburger Dom sowie eine Wanderung zu seinem "Vorgängerbau", einer mittelalterlichen Basilika in Dietkirchen.

Die Woche hat uns neugierig gemacht, mehr über "Konflikte" zu lernen. Das ist gut für das Gemeinschaftsleben und für spätere Leitungsaufgaben.



Gestärkt durch die Begegnung, die gemeinsame Feier der Liturgie und die ausgelassene Stimmung unseres gemeinsamen Abschlussabends in einem urigen Limburger Restaurant, gehen wir nun auf die Profess im März zu.

Schade, dass es unsere letzte NoWeWo war...

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Text: fr. Tobias Rafael Schrörs OP
Bilder: fr. Adam Rokosz OP





11.01.11
Neuer Provinzial in der Provinz des heiligen Albert

 

Wir gratulieren dem neuen Provinzial der süddeutsch-österreichischen Provinz des heiligen Albert,

Pater Christophe Holzer OP,

zur Wahl und wünschen ihm Gottes Segen!

Am Wahlabend konnten wir auf sein Wohl anstoßen.

 

Text: fr. Tobias Rafael Schrörs OP
Bild: fr. Adam Rokosz OP





02.-05.01.2011
Provinzstudientagung und Provinztag
im Dominikanerinnenkloster Arenberg


 
"Tu deinem Leib etwas Gutes,
damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen"
(Theresa von Avila)
02.-04.01.2011 Provinzstudientagung

Es ist inzwischen eine gute Tradition in unserer Provinz, dass sich die dominikanische Familie zu Jahresbeginn zu einer Provinzstudientagung trifft. In diesem Jahr versammelten wir uns bei unseren Mitschwestern im Dominikanerinnenkloster Arenberg bei Koblenz. Ganz diesem Ort angemessen, an dem nicht nur das Kloster steht, sondern lange Zeit ein Kneipp-Therapiezentrum war, das im letzten Jahrzehnt in ein großes Gästehaus mit Vitalzentrum umgebaut wurde, lautete unser Thema: "Tu deinem Leib etwas Gutes, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen." Unter vier Aspekten beleuchteten die Referentinnen und Referenten auf je ganz eigene Weise die Verbindung von Leib und Seele vor über 50 Mitgliedern der dominikanischen Familie - Laiendominikanern, Schwestern und Brüdern.

Leibhafte Freiheit
Ein philosophisch-theologischer Blick auf den Zusammenhang von Geist, Leib und Seele eröffnete die Reihe der Vorträge. Prof. Jörg Splett aus St. Georgen begann mit einer wichtigen Begriffsklärung: "Ich habe einen Körper, aber ich bin ein Leib". Dieser Leib-Begriff, verstanden als Antlitz des Ich, hebt in sich schon jedwede Trennung von Leib und Seele auf, die den Körper zur Hülle verkommen und nur die Seele als das Wesentliche hervortreten lässt. Im Leib ist die Weise unseres Daseins ganz real symbolisiert. Er ist die Außenseite unserer persönlichen Freiheit, denn wir können nicht anders als durch unseren Leib handeln.

Menschliche Freiheit äußerst sich immer in der Entscheidung für oder gegen etwas angesichts sich entgegenstehender Gründe - das gilt auch für unseren Glauben. Unsere Sprache ist dabei der wesentliche Faktor, der eine Entscheidung formuliert und damit Freiheit festlegt. Sprache ist hier Performance, nicht Information. Das Ja-Wort bei einer Eheschließung ist keine Information an den Ehepartner, sondern eine Botschaft, die meine Freiheit auf Zukunft hin in bestimmte Bahnen lenkt. Dabei beinhaltet die Sprache immer Dunkelheiten, sie steht in der Spannung von Gesagtem und Gemeintem, von Gedanke und Hintergedanke. Aber gerade diese Dunkelheiten eröffnen im Gegensatz zum sicheren Wissen die Möglichkeiten zu glauben. Unser Glaube kann nicht anders sein als risikobehaftet.

Leibhafte Freiheit heißt also nicht: Ich tue, was ich will. Sie ist immer verwiesen auf den anderen, auf das Du, dem ich mich anvertraue. Als Spitze der Freiheit formulierte Prof. Splett: "Ich stelle meine Möglichkeiten jemand anderem zur Verwirklichung zur Verfügung."

Haftung und Leiblichkeit
Der zweite Vortrag führte uns aus einer eher abstrakten Betrachtung zurück auf den Boden einer bitteren Realität, die die Kirche und uns Ordensgemeinschaften im letzten Jahr mit voller Wucht getroffen hat: Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in unseren Institutionen. Nach einer kurzen Einführung durch unseren Provinzial zur konkreten Situation in unserer Provinz konfrontierte uns Diplom-Pädagogin Annette Haardt-Becker, die seit 20 Jahren in diesem Bereich arbeitet, mit den erschütternden Fakten der Kriminalstatistik für das Jahr 2009. Nur ein paar wenige Daten seien hier genannt: Es gab in Deutschland 14.000 angezeigte Fälle von sexuellem Missbrauch (Randnotiz: Missbrauch ist kein anzeigepflichtiges Verbrechen!), aber man geht von einer Dunkelziffer mit Faktor 5 bis 12 aus (in Zahlen: 70.000 bis 168.000). Demnach ist jedes 4./5. Mädchen und jeder 7./8. Junge unter 18 Jahren Opfer eines Missbrauchs geworden, ein Drittel davon im Kindergarten- bis Grundschulalter (4 - 7 Jahre).

Die Täter und Täterinnen waren zu 75% männlich, zu 25% weiblich, 26,5% der Täter waren unter 18 Jahre alt. Der größere Teil der Täter, die Kinder sexuell missbrauchen, ist nicht pädophil, das missbrauchte Kind dient also als "Ersatzbefriedigung". Dabei ist die Pädophilie als eine sexuelle Präferenz zu verstehen, die ab der Pubertät bis zum jungen Erwachsenenalter festgelegt wird, und die nicht heil- oder veränderbar, sondern nur steuerbar ist. Ein pädophil veranlagter Mensch hat die Verantwortung, diese Präferenz nicht auszuleben. Besonders bedrückend ist die Tatsache, dass es sich bei sexuellem Missbrauch so gut wie nie um spontane Taten, sondern um Beziehungstaten handelt, die bewusst geplant werden. Denn der Täter/die Täterin weiß sehr wohl, dass es sich dabei um eine Straftat handelt. In die Vorbereitung der Taten (sexueller Missbrauch erstreckt sich meistens über einen längeren Zeitraum) wird auch das Beziehungsumfeld des Opfers einbezogen, um dort jeglichen Verdacht möglichst absurd erscheinen zu lassen. Der überwiegende Teil der Taten wird im engen Familienkreis, dann in der Nachbarschaft und in Einrichtungen verübt. Nur etwa 20% der Fälle gehen auf Fremde zurück, dies sind meist exhibitionistische Taten.

Gleich zu Beginn stellte Frau Haardt-Becker nüchtern fest, dass sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen weder ein besonderes Phänomen unserer Zeit ist noch irgendeine Bevölkerungsschicht oder Berufsgruppe davon ausgenommen sei. Nachgefragt, wie sie die in den Medien flächendeckend verbreitete Verbindung zwischen Zölibat und den Missbrauchsfällen in der Kirche beurteile, war Frau Haardt-Beckers Antwort eindeutig: "Das ist Blödsinn." Sie lobte ausdrücklich das Engagement der Deutschen Bischofskonferenz in der Aufarbeitung gemeldeter Missbrauchsfälle, in einer neuen Konzentration auf den Opferschutz und auf Prävention. Dass wir als Kirche und als Ordensgemeinschaft keine herausgehobene "Risikogruppe" darstellen, darf uns keineswegs dazu veranlassen, uns jetzt - wo es ruhiger in den Medien geworden ist - entspannt zurückzulehnen. Ganz im Gegenteil: Der Focus, in dem wir augenblicklich stehen, ist eine Chance, dieses Thema proaktiv anzugehen und wach zu halten in unseren Gemeinschaften, Pfarreien und Institutionen und so für ein Klima zu sorgen, das potentiellen Tätern soviel Boden für ihre Taten wie möglich entzieht. Das fängt zuallererst damit an, Kinder und Jugendliche sensibel wahrzunehmen und hinzuhören, denn in vielen Fällen, in denen Kinder anderen von übergriffigem Verhalten berichteten, bedurfte es erst vieler Anläufe des Kindes, bevor sich jemand fand, der die Möglichkeit eines Missbrauchs ernsthaft in Betracht zog.

Link zum Verein Innocence in danger


Gesundheit an Leib und Seele
"Der erste Halt auf dem Weg zur Innerlichkeit ist der Körper!" - so der oft wiederholte Appell des Vortrags von Pallottiner-Pater Erik Riechers SAC. Auf sehr narrative Weise warb auch er für eine tiefe Einheit von Leib und Seele. Beide gehören zur Innerlichkeit des Menschen, denn der Körper ist es, der Bände über uns erzählt, auch wenn wir glauben, nichts zu sagen oder uns nichts anmerken zu lassen. Unser Körper ist eine Erzählung, ist eine Sprache, die wir kaum zum Verstummen bringen können. Anhand vieler Geschichten und Erlebnisse zeigte uns Pater Riechers lebhaft auf, dass es die Körpersprache eines Mitmenschen ist, der wir ganz selbstverständlich vertrauen, auch wenn uns dieser mit Worten etwas ganz anderes erzählt. Interessanterweise wenden wir diese offenbar große Sensibilität für die Körpersprache bei uns selbst nur sehr selten an oder reagieren auf Körpersignale vielfach erst, wenn es gar nicht mehr anders geht.

Dabei sind es gerade diese Signale, die uns anzeigen, wann wir unserer Innerlichkeit zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Allzu leicht erklären wir unseren Körper zur reinen Äußerlichkeit, den man nur in die Werkstatt bringen muss, um ihn - wie durch einen Mechaniker - reparieren zu lassen. Der Weg zur Innerlichkeit führt immer über den Körper - in dieser Erkenntnis verschmelzen Leiblichkeit und Spiritualität zu einem untrennbaren Ganzen. Vielleicht sollten wir dieser durch und durch zuverlässigen Sprache unseres Körpers eine gebührendere Aufmerksamkeit widmen.

Leib-seelisches Wohlergehen



Diesem Leitgedanken hat sich die Kommunität unserer dominikanischen Mitschwestern verschrieben, als sie das große Projekt des Umbaus des ehemaligen Kneipp-Therapiezentrums ins heutige Gästehaus mit Vitalzentrum begann. Generalpriorin Schwester M. Scholastika Jurt OP erläuterte uns in ihrem Vortrag, warum sie den vielfach verwendeten Begriff des "Wellnesshotels" nicht gerne für das Arenberger Haus hört. Denn bei einem Aufenthalt dort geht es nicht in erster Linie um ein paar Tage, die mit Wohlfühlangeboten gefüllt werden - dazu wäre auch das Vitalzentrum nicht groß genug. Ganz bewusst wollen die Schwestern mit ihrem Projekt auch den klösterlichen Akzent setzen. Leib, Seele und Geist sollen zur Ruhe kommen können - der ganze Mensch ist Gast, mit allen Gebrechen und Gebrochenheiten, äußerlich wie innerlich. Es ist ein Haus mit viel Raum für Stille und Entspannung, für Begegnung mit Menschen und - wer dies möchte - mit Gott.

Link zum Kloster: www.kloster-arenberg.de



"Gemeinschaft - Ideal und Wirklichkeit"
04.-05.01.2011 Provinztag

Fast nahtlos schließt sich an die eine gute Tradition eine weitere an: der Provinztag der Brüder. 29 Dominikaner aus verschiedenen Bereichen unserer Provinz waren gekommen, um sich selbst unter die Lupe zu nehmen. Ideal und Wirklichkeit der eigenen Gemeinschaft, im Haus, im Konvent, in der Provinz, im Orden wurden einem durchaus kritischen Blick unterzogen.

"Mitbrüder kommen wegen der Gemeinschaft in unseren Orden und Mitbrüder gehen wegen der Gemeinschaft aus unserem Orden." Diese Gedanken unseres Provinzials führten uns mitten ins Thema. Wie wir Gemeinschaft gestalten und leben, ist ein Kernpunkt unserer Ordensexistenz, der nicht nur das Zusammenleben der konkreten Kommunität betrifft, sondern wesentlich die Ausstrahlung unserer Gemeinschaften nach außen berührt.

In Kleingruppen setzten wir uns zum einen mit den Grundlagen unseres Verständnisses von Gemeinschaft, also den Konstitutionen unseres Ordens, auseinander, zum anderen kamen Mitbrüder mit ihren persönlichen Gemeinschaftserfahrungen ganz konkret zu Wort. Ideal und Wirklichkeit, Theorie und Praxis treffen aufeinander und sind teilweise alles andere als deckungsgleich. Ein ausgeprägter Individualismus, der unsere Welt zu prägen scheint, macht auch an einer Klosterpforte nicht Halt. Auch in Klöstern "menschelt" es mitunter gewaltig. Gleichzeitig gibt es tiefe Solidarität untereinander. Wir leben ein Mehr-Generationen-Modell, das sich oft durch große gegenseitige Wertschätzung auszeichnet. Und schließlich ist es unser gemeinsames Arbeiten und Beten, das uns zusammenhält. All das sind Realitäten, die von jedem einzelnen Bruder unterschiedlich empfunden und wahrgenommen werden, die in unseren Gemeinschaften hier mehr, dort weniger ausgeprägt sind - und das in unserem Oden schon seit fast 800 Jahren.

Der Provinztag gab uns die Möglichkeit, gemeinsam einen Blick auf uns selbst zu wagen, eigene Positionen zu überdenken und andere kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen, zu diskutieren, zu feiern, zu beten. Am Ende stand kein Lösungsrezept, wie nun die optimale dominikanische Gemeinschaft aussehen soll - das wird es wohl auch nie geben. Aber wir können viele Anregungen in unsere Gemeinschaften mitnehmen, um authentisch das zu leben, was uns als Auftrag gegeben ist: Die Verkündigung des Evangeliums zum Heil der Menschen.


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Text: fr. Johannes Matthias Schäffler OP
Bilder: fr. Daniel Stadtherr OP



Dezember 2010


Advent 2010
Videos zum Advent

Es weihnachtet...


 
...allerorten, zumindest in den Städten und auf Weihnachtsmärkten. Neben der üblichen Alltagsbewältigung gesellt sich jetzt noch geschäftiges Umherlaufen und Besorgungen machen, um dabei schon den nächsten Gedanken für Geschenke oder Besuche nachzuhängen - und das dann auch noch untermalt von "Stille Nacht" und "O du fröhliche" am 1. oder 2. Advent.

Advent ist genau das richtige Stichwort. Ankunft. Weihnachten muss ankommen, es braucht eine Zeit der Vorbereitung, die uns dieses große Fest der Menschwerdung Gottes näher bringt und realisieren lässt.
Wir wollen auf unserem Blog einen kleinen Beitrag leisten, dass Weihnachten bei Ihnen ankommt.

An jedem Sonntag bis zum Fest können Sie einen 90-Sekunden-Clip mit einem kleinen Impuls sehen, die, ganz dominikanisch, die fünf adventlichen Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes erschließen wollen. Lassen Sie sich überraschen, was unsere Brüder Ihnen zu sagen haben.
Vielleicht kommt Weihnachten so ein Stück gelassener bei Ihnen an - ob für 90 Sekunden oder in Gedanken darüber hinaus...

Text: fr. Christian Johannes Flake OP

Bitte auf die Bilder klicken, um die Videoclips zu öffnen

 
1. Advent
fr. Philipp J.
Wagner OP



 
2. Advent
fr. Christian Jo-
hannes Flake OP



 
3. Advent
fr. Tobias Rafael
Schrörs OP



 
4. Advent
fr. Ludger A.
Fortmann OP



 
Weihnachten
fr. Norbert
Hinckers OP





22.12.10
Das Noviziat stellt vor: Pater Nivalis

 
Ein bisschen Schnee im Garten - schon wird das Noviziat kreativ. Das Ergebnis:
Pater Nivalis (der seine Aufenthaltsdauer mit "ungewiss" angegeben hat).

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Bilder: fr. Philipp J. Wagner OP




04.12.10
Empfang im Advent

 
Nach den Vorabendmessen der Adventssonntage lädt der Prior P. Ludger Fortmann OP zu einer Tasse Glühwein ein. Musikalisch verschönert wurde der Empfang am 2. Advent durch das "Ensemble Paulinum" unter der Leitung von Christian Bonath.

Eindrücke vom Empfang am 2. Advent:



Text und Bilder: fr. Tobias Rafael Schrörs OP



29.11.-03.12.10
Inquisition in Augsburg

 
"Was ist der dominikanische Sündenfall in der Inquisition?", fragte uns P. Dr. Wolfram Hoyer OP bei unserer Studienwoche Ordensgeschichte in Augsburg. Die Rolle des Ordens in diesem Kapitel der Kirchengeschichte differenziert zu betrachten, war dann auch sein Anliegen.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts schuf Papst Innozenz III. den Inquisitionsprozess als Erweiterung der Rechtsmittel. Gab es bis dahin nur den dem römischen Recht folgenden Akkusationsprozess, der dem Prinzip "wo kein Kläger, da kein Richter" folgte, so war es nun auch möglich, straffällig gewordene Kleriker zur Verantwortung zu ziehen, bei denen niemand das Risiko einer Klage auf sich nehmen wollte. Später wurde dieses Untersuchungsverfahren auch auf Häretiker und Ketzer angewandt.

Zu unterscheiden sind unterschiedliche Entwicklungen und Arten der Inquisition. So ist das gängige brutale Bild der spanischen Inquisition Ende des 15. Jahrhunderts entnommen, die auf staatliche Initiative beruhte und deutlich zu unterscheiden ist von den Ursprüngen dieses Verfahrens oder der römischen Inquisition.

Viele Ordensleute haben als Inquisitoren gewirkt oder waren als Opfer beteiligt. Die Dominikaner wurden vom Papst beauftragt, weil sie als Orden päpstlichen Rechts unabhängig von den Bischöfen vor Ort waren und weil sie durch seelsorgliche Tätigkeiten, z.B. Beichte hören, als erfahren galten. Die Dominikaner beteiligten sich an Prozessführung, am Erstellen des Index der verbotenen Schriften und der Erstellung von Handbüchern, die in der öffentlichen Meinung dem Orden eine größere Bedeutung in der Inquisitionsgeschichte eingebracht haben, als er hatte.
Der eigentliche Sündenfall des Ordens ist aber, die Institutionalisierung der Folter in den Prozessen zugelassen zu haben.

Es ist dieses differenzierte Bild, das wir in diesen Tagen kennen gelernt haben: Der Orden hat an der Inquisition mitgewirkt, die ist aber deutlich zu unterscheiden von gängigen Pauschalisierungen und Vereinfachungen, die uns in den Medien begegnen.

Neben der Theorie konnten wir einen Tag lang auch in lebendige Ordensgeschichte eintauchen. Bei einem Besuch des Klosters Maria Medingen zeigten uns die heute dort ansässigen Dillenbacher Franziskanerinnen, was es an großen dominikanischen Kunstschätzen und Prägungen an diesem Ort gibt. Der Grund: Bei der Säkularisation im 19. Jahrhundert wurde den Dominikanerinnen zwar verboten, neue Schwestern aufzunehmen, das Kloster wurde aber nie aufgehoben und die Kunstschätze blieben so am Ort. Zugleich ist im Kloster das Grab der dominikanischen Mystikerin Magaretha Ebner.

Freundlich und sehr kompetent haben uns die Schwestern ihre dominikanische Vergangenheit gezeigt. Ein herzliches Dankeschön für einen eindrucksvollen und lohnenden Tag!

Ein Dank geht auch an P. Wolfram, der uns mit seiner kurzweiligen Art viele neue Aspekte der Ordensgeschichte sehr wissenschaftlich näher gebracht hat.

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Text: fr. Christian Johannes Flake OP
Bilder: fr. Tobias Rafael Schrörs OP



November 2010


20.+21.11.10
Liederabend im Kreuzgang

 
Die Sängerinnen Christa Menke, ihre Tochter Elisabeth Menke und die Pianistin Susanna Kadzhoyan präsentierten in zwei gut besuchten Abendvorstellungen Lieder zum Thema "Abschied und Verheißung".

P.Thomas Möller OP, Verantwortlicher für die Kreuzgangkonzerte, war sichtlich erfreut über diese "Premiere". Denn einen Liederabend hatte es in der langen Tradition der Kreuzgangkonzerte noch nicht gegeben.

Wir haben ein paar Höreindrücke für Sie bereitgestellt.





Weitere Informationen zu den Künstlerinnen finden Sie hier.

Text: fr. Adam Rokosz OP



19.-21.11.10
Wallfahrt zum Grab des hl. Albertus Magnus, St.Andreas Köln

 
Am vergangenen Wochenende besuchten wir das Grab des hl. Albertus Magnus und unsere Mitbrüder in Köln.

Anlässlich des 750. Jahrestages der Weihe des hl. Albertus Magnus zum Bischof von Regensburg hatte P. Christoph Wekenborg OP zum Festgottesdienst dessen Nachfolger, den Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller, eingeladen. Festlich begleitet wurde die Liturgie durch den Chor St.Andreas/St.Ursula und die "Academia Andreae" unter der Leitung von Christoph Kuhlmann.
Die Liturgie schloss mit einer Prozession zum Grab des hl.Albert.

Auf unserer Reise nach Köln hatten wir Gelegenheit die ehemalige Hochschule der Dominikaner in Walberberg zu besichtigen. Heute wird dort die "Domäne Walberberg" eingerichtet. Feste, Veranstaltungen und Feiern werden in Zukunft hier veranstaltet.

Herzlich möchten wir uns an dieser Stelle für die gastliche Aufnahme im Konvent Hl. Kreuz in Köln bedanken.

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Text und Bilder: fr. Tobias Rafael Schrörs OP



13.11.10
"Berufungsabend"

 
Am Samstagnachmittag trafen sich die Novizen, die Studenten sowie die Ausbilder zur Sitzung, in welcher die aktuellen Themen der Dominikanischen Beruffungspastoral behandelt wurden. Anbei einige Lichtblicke.

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Text und Bilder: fr. Adam Rokosz OP



10.11.10
"Der Handel mit Frauen und Kindern vor unserer Haustür"
Kreuzganggespräch mit Sr. Lea Ackermann SMNDA

 
Am Mittwochabend schloss ,mit einem höchst ehrenwerten Zeugnis der Nächstenliebe, Schwester Lea Ackermann SMNDA die diesjährige Reihe der Kreuzganggespräche im Dominikanerkonvent St. Paulus ab.

Die Referentin berichtete von ihrer Jahrzehnte umfassenden missionarischen Tätigkeit an Orten der Welt (darunter in Deutschland), wo die Sünde das Geschäftsgebahren und die Frauen das beste Handelsgut sind. Sexuelle Ausbeutung, Sextourismus, Zwangsprostitution - ein authentisches Bild der heutigen desaströsen Realität und nicht zuletzt Konsequenz einer stark verdrängten Wahrheit. Konträr dazu das lebensrettende Wirken einer Ordensfrau gemäß den Apostolischen Räten: der Armut und Keuschheit sowie dem Gehorsam.

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Text und Bilder: fr. Adam Rokosz OP



03.11.10
Darwin als "Kirchenvater"
Kreuzganggespräch mit Prof. Dr. Dr. Dieter Hattrup

 
Am 3.November durften wir Prof. Dieter Hattrup im Rahmen der Kreuzganggespräche zum Thema "Darwin als 'Kirchenvater'" begrüßen.

Als Mathematiker, Physiker, Theologe und Priester stellt er sich der Frage nach der Vereinbarkeit von Naturwissenschaften und Religion. Im vollbesetzten Kreuzgang brachte er seiner Hörerschaft die - zugegebenermaßen nicht immer ganz einfachen - Antworten näher.

Für alle, die an seinen Thesen interessiert sind, sei hier auf seine Homepage und das folgende Buch verwiesen.

Link: www.dieterhattrup.de
Leseempfehlung:
"Darwins Zufall oder Wie Gott die Welt erschuf"


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Text: fr. Tobias Rafael Schrörs OP
Bilder: fr. Adam Rokosz OP




01.11.10
Allerheiligen - Besuch der Gräber

 
An Allerheiligen haben wir die Gräber unserer verstorbenen Mitbrüder auf dem Wormser Friedhof besucht. Dort haben wir unserer Toten gedacht und, der Tradition des Ordens folgend, für sie das "De profundis" (Psalm 130) gebetet und das dominikanische "Salve Regina" gesungen.

Psalm 130
Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: / Herr, höre meine Stimme!
Wende dein Ohr mir zu, / achte auf mein lautes Flehen!
Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, / Herr, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung, / damit man in Ehrfurcht dir dient.
Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, /
ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf den Herrn / mehr als die Wächter auf den Morgen.
Mehr als die Wächter auf den Morgen / soll Israel harren auf den Herrn.
Denn beim Herrn ist die Huld, / bei ihm ist Erlösung in Fülle.
Ja, er wird Israel erlösen / von all seinen Sünden.


Text: fr. Tobias Rafael Schrörs OP


September 2010


18.09.10
Fest der Kulturen

 
Worms. Das diesjährige Zusammentreffen verschiedener Religionen und Glaubensgemeinschaften am Ludwigsplatz weckte ein großes Interesse der Einwohner und Touristen der Stadt. Beginnend mit einem gemeinsamen Gebet bot die Veranstaltung reichlich Gelegenheit zum ökumenischen Dialog an. Die aufwändige Organisation umfasste ein ganztägiges, mannigfaltiges Angebot an künstlerischem Programm sowie originellen kulinarischen Spezialitäten.

Das "Fest der Kulturen" wird jährlich von Frau Pfarrerin Dr. Erika Mohri organisiert. Für die Einladung bedankt sich das Noviziat der Dominikaner.

Bitte auf die Bilder klicken, um sie zu vergrößern.


Text und Bilder: fr. Adam Rokosz OP



04.09.10
Tag der dominikanischen Familie

 
Am 4. September trafen sich in Düsseldorf Laien, Schwestern und Brüder des Dominikanerordens. Sie bilden gemeinsam die „dominikanische Familie“. Wir Novizen hatten einmal mehr die Möglichkeit, unseren Orden besser kennen zu lernen. So in der Begegnung mit Schwestern und Laien, durch den Vortrag von Pater Michael Dillmann OP mit dem Titel: „Die Düsseldorfer Dominikaner im Spiegel von Visitationsberichten“ und während der Workshops am Nachmittag.

Die Dominikaner in Düsseldorf feiern in diesem Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum, ein Grund zu feiern! Nach dem erhellenden Einblick in ein kleines Stück dominikanischer Geschichte begaben wir uns nach dem gemeinsamen Mittagessen zur Eucharistiefeier. Pater Gerfried Bramlage OP predigte über die „Sendung zur Predigt“, die allen Schwestern und Brüdern der dominikanischen Familie gilt. Vier verschiedene Workshops boten anschließend die Gelegenheit, Düsseldorf näher kennen zu lernen. Angeboten wurde eine alternative Altstadtführung, in der nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern z.B. auch die Suppenküche auf dem Programm standen. Führungen in der Stiftskirche St. Lambertus, der Klosterkirche St. Andreas und eine Präsentation der seit 1992 bestehenden city-Pastoral, rundeten das Angebot ab. Den Tag beschlossen wir gemeinschaftlich mit der Vesper.

Der nächste „Tag der dominikanischen Familie“ steht in drei Jahren an, ganz sicher aber werden wir im Jahr 2016 gemeinsam das 800-jährige Jubiläum des Predigerordens feiern. Wir freuen uns darauf...

Text: fr. Tobias Rafael Schrörs OP

August 2010


29.08. - 03.09.10
Sprecherziehung in Berlin

 
Wenn Ottos Mops hopst und unter Ausschluss der Öffentlichkeit Novizen im Bärensitz Brecht Gedichte rezitieren, dann liegt nicht gefährliche Langeweile vor, sondern eine Woche Sprecherziehung im Berliner Konvent.

Kompetent und ohne Berührungsängste hat uns P. Dr. Thomas Grießbach OP eine Woche lang aufmerksam und fit gemacht für die Kunst des Vortragens, Formulierens, den Einsatz von Gestik und Mimik, wie auch achtsam zu sein für den Zuhörer: „Bring’s auf die Bühne!“, lautete dann auch der Rat für Einführungen in den Gottesdienst oder kurze Reden.
„Wie das denn?“, war die prompte Rückfrage, der eine ebenso einfache wie klare Antwort folgte: „Durch wörtliche Rede!“

Nebenbei blieb uns noch ein wenig Zeit, in den Abendstunden Berlin anzuschauen und einen Eindruck der Hauptstadt sowie des Dominikanerkonventes in Moabit zu bekommen.



Neben dem Konvent gibt es ein zweites dominikanisches Haus am Prenzlauer Berg, das Institut Chenu. Dort wurden wir sehr herzlich empfangen und nach einer Vesper im „Herrgottswinkel“ konnten wir uns beim gemeinsamen Abendessen über die umfangreiche wissenschaftliche Arbeit der Mitbrüder informieren und ins Gespräch kommen. Dazu zählen neben Dozenten- und Vortragstätigkeiten zahlreiche Publikationen, wie die Herausgabe der „Dominikanischen Quellen und Zeugnisse“ oder der Zeitschrift „Wort und Antwort“.

Wir danken den Berliner Mitbrüdern für die Tage dort und den Einblick in dominikanisches Leben in der Hauptstadt.

Text: fr. Christian Johannes Flake OP
Bild: fr. Ralf Sagner OP





12.-21.08.10
Dominikuswallfahrt

 
Vom 12. – 21. August sind wir auf den Spuren des hl. Dominikus unterwegs gewesen. Um pünktlich am Flughafen zu sein, verließen wir bereits um 4:45Uhr den Konvent – ziemlich früh für einen Dominikaner...

Glücklich in Madrid gelandet machten wir uns im Mietwagen auf nach Salamanca und statteten Avila auf dem Weg dorthin einen Besuch ab. In Salamanca wurden wir herzlich von unseren spanischen Brüdern aufgenommen. So hatten wir Gelegenheit, Spanien „touristisch“ und „brüderlich“ kennen zu lernen. Mindestens so eindrucksvoll wie die vielen Kirchen, Kreuzgänge und Plätze, die wir besuchten, ist die spanische Lebensart. Höhepunkte in Salamanca waren der prächtige Kreuzgang des Dominikanerklosters, die „Plaza mayor“, die zwei Kathedralen und die „Pastas“ (Plätzchen) der kontemplativen Dominikanerinnen.

Unser nächstes Quartier war das kleine Dörfchen Caleruega, der Geburtsort des hl. Dominikus. Wir besuchten die berühmte Benediktinerabtei in Silos, zu der die selige Johanna von Aza, die Mutter des hl. Dominikus, gern pilgerte. Dort ist die Grabstätte des Santo Domingo de Silos. Der Legende nach stand er bei der Namensgebung unseres Ordensgründers Pate. Am Gedenktag der seligen Johanna, 18.8, fand ihr zu Ehren eine Prozession statt. Begleitet von Tänzen und Musik wurde sie durch die Gassen Caleruegas getragen, auch von uns! Bei der sich anschließenden Fiesta war das ganze Dorf versammelt.

Ein weiteres Reiseziel war Gumiel. Hier erhielt Dominikus von einem verwandten Erzpriester seine „Priesterausbildung“. Ein unerwarteter Höhepunkt erwartete uns in Lerma. Nachdem wir die fantastische Kathedrale von Burgos besichtigt hatten, fuhren wir kurz entschlossen dorthin und statteten den kontemplativen Dominikanerinnen einen Besuch ab. Innerhalb von fünf Minuten waren alle Schwestern ins Sprechzimmer geeilt, um uns zu begrüßen - was für ein Empfang! Nach einer – trotz der Sprachschwierigkeiten- belebenden Begegnung, sangen wir gemeinsam das „O lumen“ in der Klosterkirche.

In Caleruega hatten wir ausreichend Zeit, in Stille die karge Landschaft Südkastilliens zu erwandern. Ein nicht unwichtiger Aspekt zum Verständnis des Wesens unseres Gründers. So war auch die Messe, die wir in der Krypta am Geburtsort des hl. Dominikus feierten, eine stärkende Erfahrung.

Was wir vorher schon gelernt hatten, konnten wir jetzt selbst erfahren. Unser Orden ist eine internationale Gemeinschaft von Predigerbrüdern, kontemplativen und apostolischen Schwestern und Laien. Es ist schön, in einem fremden Land als Bruder empfangen zu werden und zeigt einmal mehr, dass die Kirche ein global player ist.

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Text: fr. Tobias Rafael Schrörs OP
Bilder: fr. Adam Rokosz OP



Juli 2010


17.-22.07.10
Das Noviziat in Vechta

 
Sechs Tage lang haben wir Worms hinter uns gelassen und sind über Osnabrück ins niedersächsische Vechta gefahren, nachdem wir den schönen Osnabrücker Dom und die Altstadt besichtigt haben.
In Begleitung von P. Ludger haben wir dominikanisches Leben im Oldenburger Münsterland und im Bistum Osnabrück kennen gelernt.
Der Konvent in Vechta hat uns mit großer Herzlichkeit aufgenommen und wurde so für diese Tage unser Zuhause, von wo aus wir verschiedene Orte der Umgebung erkundet haben.
Zunächst aber gab es in Vechta selbst genug zu sehen. Am Rand des Füchteler Waldes ist ein großes dominikanisches Projekt: das Kolleg St. Thomas, unser Gymnasium in Trägerschaft der Provinz Teutonia wurde uns sehr engagiert von P. Dr. Andreas Bordowski OP vorgestellt. Aus der reinen Jungenschule ist mittlerweile ein koedukatives Gymnasium geworden, das ein sehr attraktives kirchliches Schulangebot der Region ist. Das schulische Leben dort erschöpft sich nicht nur im Lernen für Abschlüsse, sondern gestaltet die Schule als Lebensraum, in dem Leistung, soziale Kompetenz, christliche Werte und vielfältigste Angebote jeden in seinen individuellen Möglichkeiten fördert und fordert.
Neben der Schule arbeiten die Brüder noch in der Hochschulseelsorge an der Universität Vechta, betreuen die Klosterkirche mit ihrem regen kirchlichen Leben, sowie verschiedene Gemeinden der Umgebung, stehen zu Gespräch und Gottesdienst in Pflege- und Altenheimen zur Verfügung und begleiten den Caritasverband im Offizialatsbezirk Vechta.


Foto: Kirche+Leben/Scheeben

Darüber hinaus haben wir die kontemplativen Dominikanerinnen "Vom gekreuzigten Erlöser" in Lage/Rieste im Bistum Osnabrück besucht.
Neben der Atmosphäre dieses schönen Klosters, einer alten Kommende der Johanniter, berichteten die Schwestern von ihrem Leben und Beten.
Beeindruckend war, wie auch in einer kontemplativen Gemeinschaft dominikanisches Profil spürbar wurde: Es geht den Schwestern dort nicht um ein Abgrenzen von der Welt, sondern um ein betendes Zuwenden. Mit einem strikten Gebetsrhythmus und einem geregelten Tagesablauf sind die Schwestern offen für Menschen, die Gespräch und Erholung suchen, die teilnehmen möchten an den Gebetszeiten und nehmen den Besuch in ihre Mitte, der dann hautnah erlebt, was kontemplatives Leben bedeutet. Da heißt es auch mit Email und Computer umzugehen, ohne die eigene Sendung aus dem Blick zu verlieren und das Neue der Umwelt in das klösterliche Leben passend zu integrieren.
Genau diese Offenheit ohne Preisgabe des beschaulichen Lebens erlebten wir in Person von Sr. Maria Magdalena, die sich viel Zeit für uns nahm und auch beim Gespräch mit Priorin Sr. Susanna und dem Konvent beim gemeinsamen Abendessen.

Einen kurzen weiteren Blick in kontemplatives Leben bekamen wir bei den Benediktinerinnen von Dinklage, deren Kloster die ehemalige Wasserburg der Familie von Galen ist. Ihr entstammt der "Löwe von Münster", der selige Clemens August Kardinal Graf von Galen, der während der Naziherrschaft als Bischof von Münster wortgewaltig und mutig die Verbrechen des Regimes in seinen Predigten geißelte.

Auch die apostolisch tätigen Dominikanerinnen in Schwichteler durften wir besuchen und bekamen auch hier freundlich und herzlich bei Kaffee und Kuchen einen Einblick in die Arbeit und Sendung der Schwestern.
Die Ilanzer Dominikanerinnen dort sind ursprünglich zur Versorgung des Kollegs St. Thomas gekommen. Außerhalb von Vechta sollten auf dem Land landwirtschaftliche Erzeugnisse für die Versorgung der Schüler produziert werden, sowie die Wäsche des Kollegs im Waschhaus gemacht werden. Als Ausgleich bauten die Dominikaner eine Kirche im ort und betreuen diese Gemeinde nach wie vor seelsorglich von Vechta aus.
Heute betreiben die Schwestern ein kleines, aber sehr idyllisches Bildungshaus, das sich durch seine Angebote in der Umgebung einen Namen gemacht hat und eine Anlaufstelle für unterschiedliche Kursangebote oder einfach zur Erholung da ist.

Nach einem gemütlichen Abschlussabend mit den Brüdern des Konventes sind wir wieder Richtung Worms aufgebrochen und freuen uns schon auf die nächste Gelegenheit nach Vechta zu kommen.

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Text: fr. Christian Johannes Flake OP
Bilder: fr. Adam Rokosz OP





01.07.10
Choir of Christ's College, Cambridge

 
Am 1.Juli durften wir den Chor des Christ College, Cambridge, in unserer Klosterkirche willkommen heißen. Eine Konzertreise führte die 27 jungen SängerInnen zu bedeutenden Kirchen wie dem Kölner Dom und dem Straßburger Münster - und erfreulicherweise auch zu uns. Mit seinem Programm stellte der Chor die englische Choraltradition durch die Jahrhunderte hindurch vor. Mit Werken von Thomas Tallis, Orlando Gibbons, Benjamin Britten, Francis Poulenc, um nur einige zu nennen, begeisterte der Chor unter Leitung von Roxy Summerfield die voll besetzte Kirche.

Eine besondere Freude war es für uns, anschließend die Musiker zum Sektempfang in den Klostergarten einzuladen.

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Text: fr. Tobias Rafael Schrörs OP
Bilder: fr. Adam Rokosz OP



Juni 2010


13.-18.06.10
Novizen-Werkwoche zum Thema: "Das Gelübde 'Ehelose Keuschheit'"

 
In der Woche vom 13.-18. Juni haben wir an der Novizen-Werkwoche der Mendikantenorden in Armstorf teilgenommen. Dort haben wir uns gemeinsam mit den Novizen der Kapuziner aus Salzburg, der Franziskaner aus Rheda-Wiedenbrück und Brixen sowie der Franziskaner-Minoriten aus Maria Eck mit dem Gelübde "Ehelose Keuschheit" beschäftigt.

Nachdem wir uns am ersten Tag mit dem "biblischen Befund" zum Thema sowie einigen kirchlichen Dokumenten auseinandergesetzt hatten, eröffnete der Referent Dr. Georg Beirer uns 14 angehenden Ordensmänner neue Sichtweisen auf das Leben der "Ehelosen Keuschheit". Vor allem anderen stellte Dr. Beirer heraus, dass die drei Gelübde Armut, Keuschheit und Gehorsam nicht Verzichtsübungen seien, sondern dass die Liebe und volle Hingabe - in jeder Lebensform - Verzicht zeitige.

Armut ermögliche die Gütergemeinschaft, der Gehorsam die "Willensgemeinschaft" und "Ehelose Keuschheit" sei eben nicht nur Ehe-Losigkeit, sondern ermögliche Leben in Gemeinschaft. Keuschheit meine mehr als eheloses Leben, mit Franziskus könne man von der "Lauterkeit" sprechen, die jedem Christen anstehe. Eine Haltung, keine Bußübung.

Dr. Beirer stellte heraus, dass die Berufung zum Ordensleben nicht etwas sei, das dem Menschen widerfahre. Jeder Christ, so Beirer, sei durch die Taufe berufen zur Fülle des Lebens, es sei Aufgabe des Einzelnen, eine Entscheidung, eine Lebenswahl zu treffen. Die entscheidende Frage sei nicht Ehe oder Gott, sondern Ehe oder Leben in Gemeinschaft, es gebe keinen qualitativen Unterschied. Welcher Weg für den Einzelnen der Bessere sei, das könne man am Anfang nie wissen.

Die Entscheidung, als Ordensmann leben zu wollen, sei unsere Antwort auf die Berufung zur Fülle des Lebens, unsere Chance, das Leben als Christ zu gestalten.

Sexualität sei eine authentische Ausdrucksform des Bedürfnisses nach Annahme, Geborgenheit, Nähe, Verständnis und Zuwendung. Beirer wandte sich gegen eine verengte Triebdeutung, vielmehr müsse die Energie, die von den oben genannten, der Sexualität eigenen Bedürfnissen ausgehe, kreativ genutzt werden.

Am Ende der Woche, die neben den Arbeitseinheiten vom gemeinsamen Feiern des Stundengebetes, den abendlichen Rekreationen und vielen Gesprächen geprägt war, stand der gemeinsame Ausflug nach Altötting auf dem Programm.

Die Novizen-Werkwoche war für uns Dominikaner in jeder Hinsicht ein großer Gewinn, inhaltlich und menschlich bereichert sind wir zurück nach Worms gekommen.

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Text: fr. Tobias Rafael Schrörs OP
Bilder: fr. Adam Rokosz OP



Mai 2010


28.05.10
Ökumenisches Pfingstgebet

 
Die gemeinsame Suche nach der Einheit der Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften in der Fülle der Wahrheit - also in der Fülle Christi - ist nicht bloßes Beiwerk unseres christlichen Glaubens und Tuns. Es ist uns Order des Herrn.

Und so kamen vergangenen Freitag, dem 28.05.2010, Konfessionen verschiedenster Art in St. Paulus zusammen, um miteinander zu beten, zu singen und Gott zu loben. Gläubige der katholischen und der evangelischen Kirche, der syrisch-orthodoxen und der evangelischen Freikirche traten zusammen, um jene Einheit miteinander zu leben, die tatsächlich schon vorhanden ist. Und in einem diskussionsfreudigen, fröhlichen miteinander Essen und Trinken zeigte sich abrundend auch, dass wo zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind, der Herr schon mitten unter uns ist.

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Text: fr. Andreas A. Ploner OP
Bilder: fr. Adam Rokosz OP





27.05.10
Noviziatsausflug nach Frankfurt

 
Am Donnerstag, den 27. Mai, stand für das Noviziat der monatliche Ausflug auf dem Programm. Das Ziel: Frankfurt am Main. Gemeinsam erkundeten wir die "Mainmetropole", obwohl der Besuch des "Städel Museums" auf Grund von Baumaßnahmen nicht möglich war, gab es einiges zu besichtigen. Das alte Karmelitenkloster, die Leonhardskirche, ein hervorragendes Zeugnis mittelrheinischen Kunsthandwerks des Mittelalters, sowie "den Römer" (Rathaus) mit seinem Kaisersaal, den "Kaiserdom" St.Bartholomäus und die berühmte Paulskirche.

Hervorzuheben ist die Liebfrauenkirche der Kapuziner, ein ruhiger Ort des Gebetes mitten in der Großstadt. Sie steht im Kontrast zu den Wolkenkratzern der Banken, die sich, gleich nebenan, in den Himmel strecken.

Wir jedenfalls haben den Tag bei strahlendem Sonnenschein genossen!

fr. Tobias Rafael Schrörs OP




12.-16.05.10
Dominikaner beim ÖKT

 
"Damit ihr Hoffnung habt" lautete das Motto des 2. Ökumenischen Kirchentages, der vom 12.-16. Mai in München stattfand.

Und tatsächlich, es macht schon Mut, wenn über 100.000 Christen aller Konfessionen sich einander vergewissern, dass der christliche Glaube lebt, sogar ein junges Gesicht hat und sich einzumischen weiß, weil Christen der Gesellschaft auch heute eine Menge zu sagen haben.

In Begegnungen, Diskussionen und Podien zu politischen, wirtschaftlichen und religiösen Themen, in Bibelarbeiten, Konzerten aller Art, Gottesdiensten in größter Vielfalt und unterschiedlichster Gestaltung, aber auch in Stille und Gebet, durften wir die christliche Bandbreite von Katholiken, Protestanten und Orthodoxen erleben. Ermutigende Schritte aufeinander zu, aber genauso waren die Unterschiede zwischen den Konfessionen spürbar.

Auch die Dominikaner waren, wie viele andere Ordensgemeinschaften, mit von der Partie und machten schon äußerlich den Kirchentag noch etwas bunter.

Das Noviziat und die Studenten der Provinz Teutonia waren mit ihren Leitern, wie auch dem Provinzial P. Johannes Bunnenberg OP in der Dominikanerkirche St. Kajetan am Odeonsplatz mitten in der Innenstadt vertreten. Durch die Feier des Stundengebetes und der Hl. Messe, aber auch durch viele Gespräche in und um die Kirche haben wir mit vielen Besuchern des Kirchentages Kontakt gehabt und konnten einen kleinen Einblick in dominikanisches Leben und dominikanische Sendung geben.

Aber auch in der Stadt, in den Messehallen, überall ergaben sich kurze oder längere Gespräche, die meistens ein sehr interessierter und freundlicher Austausch wurden.

Daneben stellte Sr. Jordana Schmidt OP den Einsatz der Dominikanerinnen von Bethanien für Kinderrechte in mehreren Veranstaltungen sehr eindrucksvoll vor und fr. Frank Ewerszumrode OP vertrat auf einem Podium zur Ökumene ganz dominikanisch und freundlich, dass der Weg zur uns aufgetragenen Einheit über die Tiefe theologischer Reflexion gehe und Einheit keinesfalls Einheitlichkeit heiße.

Am Ende eines langen, anstrengenden aber lohnenswerten Tages konnten wir in unserem Quartier bei den Dominikanerinnen von Landsberg wieder Kraft tanken für das, was uns am nächsten Tag erwartete.

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Text: fr. Christian Johannes Flake OP
Bilder: fr. Johannes Matthias Schäffler OP & fr. Daniel Stadtherr OP





05.05.10
Besuch aus Straßburg

 
Mit dem Besuch des Noviziates der Ordensprovinz Francia aus Straßburg, kehrte für einen Tag ein Stück Weltkirche hier in Worms ein. Da der Ausbildungskonvent der elsässischen Hauptstadt auch für andere Länder verantwortlich ist, waren die Mitbrüder dort ein Beweis, was Internationalität und alle Grenzen sprengendes Dominkanerdasein bedeutet. Denn neben einem Franzosen kamen noch ein Luxemburger, ein Finne, ein Mitbruder aus Litauen, und sogar ein Ägypter war mit dabei.

Die fünf Novizen kamen in Begleitung ihres Novizenmeisters, P. Xavier. Gesprochen wurde deutsch, französisch und englisch - und zwar auf beiden Seiten, schließlich galt es sich ein Bild davon zumachen, was die formatio in Deutschland ausmacht, und auch wir Novizen vor Ort waren in reger Aufmerksamkeit an den Modalitäten in Frankreich interessiert. (Dass z.B. der Unterricht dort nur eine Stunde am Tag beansprucht, während mehrere Stunden lectio divina vorgesehen sind, ist einer der augenfälligsten Unterschiede.)

Neben Erfahrungsaustausch, gemeinsamem Mittagsessen und einer Stadttour durch Worms wurde auch miteinander Eucharistie gefeiert. Und spätestens beim Einstimmen aller Brüder ins O lumen war klar, dass Dominikus ein katholisches Modell wahrer Christusnachfolge geglückt ist, das auch nach 800 Jahren noch zusammenführt.

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Text: fr. Andreas A. Ploner OP
Bilder: fr. Tobias Rafael Schrörs OP





01.05.10
Interreligiöses Gebet

 
Am heutigen Tag der Arbeit, dem Fest des hl. Josefs, des Arbeiters, nahm das Noviziat am Interreligiösen Gebet in Worms teil. Das Interreligiöse Gebet, welches sich zum zehnten Mal jährte, wurde von verschiedenen christlichen Konfessionen und muslimischen Gruppen der Stadt Worms ausgerichtet. Die Moderation übernahm Frau Dr. Mohri, eine evangelische Pfarrerin.

Im Wechsel zwischen den beiden Religionen wurden Lesungen aus dem Evangelium, Gesänge, Koranverse, Fürbitten und Gebete vorgetragen. Wenngleich bei diesem schon traditionellen Gebetstreffen wieder deutlich die Unterschiede zwischen den verschiedenen Konfessionen und Religionen zutage traten, bleibt sehr erfreulich festzuhalten, dass sich alle Anwesenden in mancherlei Hinsicht geeint sehen durften: Dem Wunsch nach einem friedlichen, harmonischen Miteinander, dem Streben nach Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, vor allem aber im Bewusstsein, dass alles Sein von Gott ausgeht und zu ihm hinführt. Und so dürfen wir darauf vertrauen, dass dereinst Gott alles Gute, was in jedem einzelnen von uns angelegt ist - auch in anderen Anschauungen - in Sich vervollkommnen wird.

Text: fr. Manuel Fey OP


März 2010


26.03.10
Jugendkreuzweg 2010

Vergib - Paradies - Siehe! - Verlassen - mich dürstet - vollbracht - in deine Hände

 
Sieben "Kreuzworte", die Jugendliche auf die Spur Jesu Christi führen sollten, bedacht an sieben Orten. Darunter sechs Kirchen und die JAA Worms.

Etwa 70 junge Menschen folgten am Freitagabend, auch singend, dem Kreuz durch ihre Stadt. Den Anfang machte die Gruppe in der evangelischen Magnuskirche, abgeschlossen wurde der Kreuzweg bei uns in St. Paulus. Nach dem Segen folgten die TeilnehmerInnen gerne der Einladung zu einem gemeinsamen Abschluss im Kreuzgang des Klosters.

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Text: fr. Tobias Rafael Schrörs OP
Bilder: fr. Adam Rokosz OP





25.03.10
Noviziatsausflug nach Lorsch

 
Anlässlich des Hochfestes "Verkündigung des Herrn" hat sich das Noviziat der Dominikaner mit ihrem Novizenmeister, P. Philipp J. Wagner, und P. Thomas G. Brogl aus Freiburg auf Erkundungstour in die mittelbare Umgebung von Worms aufgemacht. Das nahe Lorsch war dabei das Ausflugsziel.

Neben dem "Museumszentrum Lorsch", das sich auf dem ehemaligen Klosterbezirk der Stadt befindet und ein Klostermuseum, eine Ausstellungsabteilung für Volkskunde und ein eigenes Tabakmuseum beheimatet, war es besonders die sogenannte "Königshalle", die es zu besichtigen galt. Als kurioses Bauwerk, das einst völlig frei innerhalb der Klostermauern stand, hat es seit dem 8. Jahrhundert fast unbeschadet den Gang der Zeiten überlebt. Dies ist nicht unerstaunlich, wenn man bedenkt, dass das Kloster selbst, von einem kleinen Rest der ehemaligen Klosterkirche abgesehen, nur noch in fragmentarischen Fundamentumrissen besteht. Dabei war das Reichskloster Lorsch für fast ein halbes Jahrtausend religiöses, kulturelles, wirtschaftliches und machtpolitisches Zentrum. Zum Benediktinerkloster und dem dazugehörigen Wallfahrtsort zog nämlich die gesamte damalige Prominenz, Kaiser und Könige, Erzbischöfe und Fürsten. Selbst Karl der Große war zur Einweihung der Klosterbasilika zugegen. Und wenn man sich vor Augen führt, dass die zahllosen Schenkungen, die man dem Kloster zukommen ließ, von der Nordsee bis zu den Alpen sich erstreckten, demonstriert dies den Einfluss Lorschs noch mal sehr eindeutig.

Was die Königshalle angeht, so gilt dieses Kleinod als "Juwel der karolingischen Renaissance". Optisch ansprechend von außen wie von innen ist es eines der ältesten, vollständig erhaltenen Baudenkmäler Deutschlands aus nachrömischer Zeit. Auch wenn nicht genau gesichert ist, warum es einst gebaut wurde, so zeugt doch dies - nicht zuletzt dank der Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO - davon, dass es sich bei der "Königshalle" um ein Gebäude von europäischem Rang handelt.

Ein kurzer Spaziergang durch den wiedererrichteten Klostergarten zeigte auch noch ein vergänglich-vegetativeres Gesicht klösterlicher Kultur. Als Vorbote auf die Passions- und Osterzeit war darin neben Pfingst- und Christrose auch der biblische Ysop zu finden.

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Text: fr. Andreas A. Ploner OP
Bilder: fr. Adam Rokosz OP



Februar 2010


20/21.02.10
Einkleidungen in Augsburg und Worms

 
Unsere Postulanten, die im September letzten Jahres ihren Weg in den Dominikanerorden begonnen haben, empfingen am 20. und 21. Februar den Habit der Predigerbrüder.

Am Samstag wurden in Augsburg Manuel Fey, Andreas Ploner und Adam Rokosz für die süddeutsch-österreichische Provinz eingekleidet, einen Tag später Christian Flake und Tobias Schrörs für die Provinz Teutonia in Worms. Mit der Erklärung des Wormser Priors am 21. Februar begannen die fünf Neueingekleideten als fr. Manuel, fr. Andreas, fr. Adam, fr. Christian Johannes und fr. Tobias Rafael ihr gemeinsames Noviziat, das sie in den nächsten 13 Monaten weiter in das dominikanische Leben einführen wird.


Unsere neuen Novizen mit ihrem Novizenmeister (v.l.n.r.): fr. Andreas, fr. Tobias Rafael, fr. Christian Johannes, P. Philipp, fr. Manuel und fr. Adam

| Bilder von der Einkleidung in Worms |

Neuer Blog

Mit diesem Eintrag eröffnet der Noviziatskurs 2010/2011 seinen eigenen Blog und wird über wichtige und besondere Ereignisse im Noviziatsjahr berichten.







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